"Senta Berger ist mein großes Vorbild"

Fragen an Jasmin Tabatabai

Ob es die Figur, das politisch brisante und allgegenwärtige Thema oder einfach nur die Möglichkeit mit Senta Berger zusammen zu arbeiten, war was Jasmin Tabatabai letztendlich dazu brachte die Rolle anzunehmen verriet sie im Interview.


ZDF: Sie haben sofort für die Rolle als Julia George zugesagt. Was hat Sie daran so fasziniert?


Jasmin Tabatabai: Es war nicht nur die Figur, ich bin einfach fasziniert von Senta Berger, habe sie jahrelang als Präsidentin der Filmakademie erlebt und wollte endlich auch einmal mit ihr drehen.


ZDF: Und wie war es dann?


Tabatabai: Genauso wunderbar, wie ich mir das immer vorgestellt habe. Senta Berger ist mein großes Vorbild. Mir geht es wie vielen jüngeren Kolleginnen, die sich denken: Schau dir Senta Berger an, wie fit, schön, charmant sie ist! Wenn ich es auch nur annähernd schaffe, einmal in diesem Alter so toll auszusehen und zu spielen, dann kann ich mich glücklich schätzen. ZDF: Was hat Sie handwerklich so an ihr fasziniert?


Tabatabai: Ihre tolle Persönlichkeit spiegelt sich auch in ihren Rollen wider. Diese große Souveränität und Einzigartigkeit.


ZDF: Sie spielen Julia George, die beim Staatsschutz arbeitet und einen drohenden Anschlag in München verhindern soll.


Tabatabai: Es war spannend, so etwas zu spielen, aber solch ein Beruf wäre für mich nichts.


ZDF: "Unter Verdacht - Rückkehr" ist ein relativ politischer Film, der den Islamismus und seine Rolle beim internationalen Terror anreißt. Sie sind selbst in einem Land, das dabei eine Rolle spielt, aufgewachsen, im Iran, haben sogar ein Buch über Ihre Kindheit dort geschrieben. Haben Sie die Dreharbeiten deshalb besonders emotional bewegt?


Tabatabai: Nein, weil die Figur Julia Geroge mit meiner persönlichen Biografie nichts zu tun hat. Was Religion angeht, so spielt diese in meinem Leben keine Rolle. Deshalb kann ich auch mit der angeblichen Entwicklung hin zu einen neuem Glaubenskrieg zwischen Christentum und Islam wenig anfangen. Wenn ich einem Menschen begegne, ist das Letzte, was mich an ihm interessiert, ob er an Gott oder Alah glaubt. Wichtig ist jedoch, welche Organisationen die Demokratie bedrohen. Dazu gehört für mich der Islamismus. Und bin ganz klar der Meinung, dass man diesem mit einem wachen Auge entgegenblicken muss.


ZDF: Sie sind ein politischer Mensch, waren 2009 Mitglied in der 13. Bundesversammlung.


Tabatabai: Die Grünen in Baden-Württemberg haben mich damals eingeladen, den Bundespräsidenten mitzuwählen. Ich bin nicht mehr politisch interessiert als der Durchschnittsbürger. Man sollte ja wenigstens ein bisschen darüber Bescheid wissen, was in der Welt und im eigenen Land passiert.


ZDF: Der Film zeichnet ein fragwürdiges Bild über die Einsätze in Kundus. Welche Meinung haben Sie dazu?


Tabatabai: Auslandseinsätze in einem Satz zu befürworten oder abzulehnen, geht nicht. Dafür ist dieses Thema einfach viel zu kompliziert.

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