"Ein Päckchen für Sie!"

Räuber tritt als Postbote auf

Räuber geben sich in jüngster Zeit immer öfter als Paket- oder Postboten aus, um in Häuser und Wohnungen eingelassen zu werden. Ihre Opfer lassen sich oftmals dadurch täuschen, dass die Kleidung der Besucher an die Dienstkleidung von Postboten erinnert: blau und gelb. So auch in einem Fall im hessischen Kurort Bad Orb.

Opfer wird bewusstlos

Donnerstag, 21. Juli 2011. Kurz nach 15 Uhr klingelt es bei einer jungen Mutter, die allein zu Hause ist. Als die am Ortsrand wohnende Frau die Haustür öffnet, steht ein blau gekleideter Mann davor. Aus der Brusttasche seines Polohemdes schaut ein gelber Kugelschreiber hervor. Für die Hausbesitzerin ist klar: der Postbote. Der Mann hat ja auch ein Päckchen in der Hand. Allerdings erwartet die Frau gar kein Päckchen. Sie zögert, ob sie es überhaupt annehmen soll. Da stürmt plötzlich ein zweiter Mann auf sie zu, der sich vermutlich neben dem Eingang im Gebüsch versteckt hat. Wie die Frau später zu Protokoll gibt, hat er eine Pistole in der Hand und drängt sie ins Haus zurück. Der Mann mit dem Päckchen folgt ihm.In der Küche muss sich die Frau auf den Boden legen. Die Männer fragen sie nach Tresor und Laptop. Doch beides besitzt die Frau gar nicht, was sie den Männern auch mitteilt. Da soll einer der beiden Männer völlig ausgerastet sein: Die Frau sei an den Haaren gepackt und ihr Kopf mehrfach gegen die Fliesen des Küchenbodens geschlagen worden. Das Opfer erleidet einen Schädelbruch und verliert das Bewusstsein.

Wie die Polizei später anhand der Spuren feststellt, wird das Haus von oben bis unten durchsucht. Im Schlafzimmer finden die Männer ein dickes Portemonnaie mit 4700 Euro in 50 Euro-Scheinen. Die Hausbesitzer hatten sich das Geld für Renovierungsarbeiten zusammengespart. Das Portemonnaie wird später im Haus gefunden - leer. Auch mehrere dekorative Dosen, die im Wohnzimmerschrank standen und Schmuck enthielten, plündern die Täter. Als die Frau nach etwa einer Viertelstunde wieder erwacht und die Polizei anruft, sind die beiden Männer weg. Das Päckchen, das der vermeintliche Postbote dabei hatte, haben sie wieder mitgenommen, vermutlich um keine verräterischen Spuren zu hinterlassen.

Personenbeschreibungen

Geraubte Gegenstände

Der Mann mit dem Päckchen soll etwa 30 Jahre alt gewesen sein und etwa 1,90 Meter groß, kurzes dunkles Haar, Dreitagebart, markante Nase. Er trug Kleidung, die an die Dienstkleidung eines Postboten erinnerte: dunkelblaues Poloshirt mit undefinierbarem Emblem auf der Brust, ähnlich einem Posthorn, dunkelblaue Stoffhose. Ein gelber Kugelschreiber steckte in seiner Brusttasche. Am linken Handgelenk trug er eine silberfarbene Uhr.


Der Begleiter mit der Waffe soll 30 bis 40 Jahre alt sein, 1,80 bis 1,90 Meter groß und kräftig gewesen sein. Er war dunkel gekleidet und soll penetrant nach Zigaretten gerochen haben. Beide Täter sprachen Hochdeutsch. Die Täter haben unter anderem folgende Schmuckstücke mitgenommen:


- einen sogenannten Tricolor-Ring (links) aus 750er Rot-, Gelb- und Weißgold-Ringen fest zusammengesetzt;
- einen sogenannten Trinity-Ring (Mitte), drei in sich verschlungene Ringe aus 585er Rot-, Gelb- und Weißgold;
- auffälliges Ohrgehänge (rechts) aus 585er Gelbgold.




Frage nach Zeugen:

Das Tathaus liegt am östlichen Ortsrand von Bad Orb an der Kreisstraße 890, die zum Golfplatz des Golfclubs Bad Orb-Jossgrund führt. Vielleicht haben Golfspieler auf der Fahrt durch Bad Orb am Donnerstag, 21. Juli 2011 zwischen 15 und 15.30 Uhr Beobachtungen gemacht, die mit der Tat zusammenhängen könnten.

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