Letzte Station: Krankenhaus

Maike Thiel verschwand 1997 spurlos

Maike Thiel, 16-jährige Schülerin aus Leegebruch in Brandenburg, wird ungewollt schwanger. Viele unterschiedliche Ratschläge prasseln auf das verzweifelte Mädchen ein. Doch letztendlich entscheidet sie sich für das Kind. Gewissenhaft geht sie regelmäßig zur Vorsorge ins Hennigsdorfer Krankenhaus. Doch nach einer der letzten Untersuchungen vor der Geburt verschwindet sie plötzlich spurlos.

Schwerer Gewissenskonflikt

Maike Thiel wohnt in dem kleinen brandenburgischen Ort Leegebruch, besucht aber die Realschule in Hennigsdorf. Dort ist sie aufgewachsen, dort sind ihre Freunde und dort lernt sie eine große Liebe kennen. Diese Beziehung bleibt nicht ohne Folgen. Im Herbst 1996 wird die 16-Jährige schwanger - ausgerechnet zu dem Zeitpunkt, als sich ihr Freund von ihr trennen will. Die Schülerin gerät in eine Zwickmühle: die Schwangerschaft abbrechen oder das Kind zur Welt bringen? Maike entscheidet sich zur Abtreibung. Doch als sie zu dem Eingriff in die Gynäkologie in Hennigsdorf geht, wachsen die Zweifel. Plötzlich überlegt sie es sich anders und verlässt fluchtartig die Klinik. Sie will das Kind - ein Mädchen - bekommen. Ihre Eltern unterstützen sie. In ihrem kleinen Einfamilienhaus in Leegebruch wird ein Kinderzimmer eingerichtet, werden Zukunftspläne geschmiedet.

Keine Zeit für Arzttermin

Hochschwanger legt die inzwischen 17-jährige Maike die Mittlere Reife ab. Sie will Altenpflegerin werden. Gewissenhaft geht sie regelmäßig zur Vorsorge ins Krankenhaus. Einer der letzten Termine ist für den 3. Juli 1997 vorgesehen. Maike fährt schon am Tag vorher nach Hennigsdorf. Sie übernachtet bei ihrer besten Freundin, die in der Nähe der Klinik wohnt. Am nächsten Morgen will sie die Freundin begleiten, doch Maike lehnt ab. Sie schafft das auch alleine. Die Ärztin im Krankenhaus möchte Maike zur Sicherheit zu einer speziellen Untersuchung am Nachmittag in der Berliner Charité anmelden. Aber Maike passt das ganz und gar nicht. Gegenüber der Ärztin behauptet sie, am Nachmittag an die Ostsee fahren zu wollen. Daraufhin vereinbart die Gynäkologin für den nächsten Vormittag einen Termin in Berlin. Damit ist Maike einverstanden. Um 10.20 Uhr wird Maike im Krankenhaus noch gesehen, als sie auf den Ausgang zugeht. Danach verliert sich ihre Spur.

Kripo glaubt an Verbrechen

Sowohl die Angehörigen als auch die Kripo halten es für unwahrscheinlich, dass Maike Thiel aus freien Stücken weggegangen ist oder etwa Selbstmord begangen hat. Sie war voller Zuversicht und Zukunftsplänen, freute sich auf ihr Kind. Merkwürdig ist lediglich der angebliche Ausflug an die Ostsee, von dem niemand etwas wusste. Möglicherweise war es eine spontane Ausrede, um den Untersuchungstermin in Berlin noch etwas hinauszuschieben. Die Kripo geht jedenfalls davon aus, dass die junge Frau vor dem Krankenhaus jemanden getroffen hat und einem Verbrechen zum Opfer gefallen ist.

Fragen nach Zeugen


Personenbeschreibung:

Maike Thiel war zum Zeitpunkt ihres Verschwindens 17 Jahre alt, wirkte allerdings - vermutlich wegen der Schwangerschaft - etwas älter. Sie war 1,65 Meter groß und hatte graubraune Augen sowie rötliches, gelocktes Haar. Sie trug an diesem Tag ein graues Rippenshirt, darüber eine blaue ärmellose Weste mit weißen Knöpfen, eine weite schwarze Hose, sowie hohe schwarze Schnürschuhe.


- Wer hat Maike Thiel nach dem 3. Juli 1997 noch gesehen?
- Wer hat Maike Thiel an diesem Tag in oder vor dem Krankenhaus in Hennigsdorf, Marwitzer Straße, noch gesehen - eventuell in Begleitung einer anderen Person?




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