Überfall auf Geldtransporter

Fluchtfahrzeug abgefackelt

Eine Serie von Überfällen auf Geldtransporter hält das Landeskriminalamt Nordrhein-Westfalen seit Jahren in Atem. Gemeinsames Merkmal der Fälle: Die Fluchtfahrzeuge werden von den Tätern verbrannt. Im Juni 2010 schlägt die Bande in Euskirchen zu.

Perfektes Timing

Es ist der 28. Juni 2010. Die Kaufhof-Filiale in Euskirchen ist die vorletzte Station für zwei Mitarbeiter einer Security-Firma an diesem Tag. Sie parken ihren Geldtransporter gegen 23 Uhr direkt vor einem Seiteneingang. Der Fahrer geht in das Gebäude, um das bereits abgezählte und in Safebags verpackte Geld abzuholen. Währenddessen wartet der Beifahrer im gepanzerten Fahrzeug. Der Geldtransporter ist in vielfacher Weise elektronisch und mechanisch gesichert. Doch Sicherheitssysteme haben auch Schwachstellen. Die Täter von Euskirchen wissen genau, wann sie zuschlagen müssen.

Als der Fahrer mit der gefüllten Geldkassette zurückkommt, wird er von zwei maskierten und bewaffneten Männern blitzartig überfallen. Einer der Täter richtet eine Maschinenpistole auf ihn und nimmt ihm die Waffe ab. Dann fordert er den Beifahrer auf, das Fahrzeug zu öffnen. Andernfalls werde sein Kollege erschossen.

Keine Zeugen

Um diese Zeit sind nur wenige Passanten unterwegs. Niemand bekommt mit, was sich vor der Kaufhof-Filiale abspielt. Der Beifahrer hat keine andere Möglichkeit: Aus Angst um seinen Kollegen entriegelt er die Seitentür. Die Täter holen sechs Geldboxen aus dem Fahrzeug. Gleichzeitig kommt ein Komplize mit einem VW Passat herangefahren. Gemeinsam verstauen die Täter ihre Beute und flüchten zum Stadtrand.

Personenbeschreibungen

Anwohner sprechen später von einem gewaltigen Knall. Im ganzen Stadtviertel sei er zu hören gewesen. Die Täter setzen das Auto in Brand und flüchten weiter mit einem zweiten PKW. Der Passat wird völlig zerstört. Nur das Kfz-Kennzeichen kann später noch identifiziert werden. Es wurde eine Woche vorher in Bonn gestohlen. Gesucht werden drei Männer, alle zwischen 1,80 und 1,90 Meter groß und von normaler Statur. Ein Täter sprach Hochdeutsch mit rheinischem Dialekt, zwei andere sprachen Hochdeutsch und eine osteuropäische Sprache.

Fluchtfahrzeug


Entwendete Gegenstände:

Sechs Aluboxen, 60x40x20 Zentimeter, darin jeweils mehrere Safebags.
Ein Revolver Arminius HW 38 VW-Passat Kombi, 2.0 TDI, Typ 3C, Erstzulassung: 10.6.2006. Ausstattung: DPF Highline, helles Leder, sehr hochwertig. Gestohlen zwischen dem 18.11. und 8.12. 2009 in Remscheid. Daran war das eine Woche vor der Tat gestohlenen Kfz-Kennzeichen BN - KT 825 montiert. Wer hat dieses Auto zwischen dem 21. und dem 28. Juni 2010 gesehen?

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