Überfall im Post-Outfit

Polizei jagt Juwelenräuber

Jeden Tag werden in Deutschland 66 Millionen Briefsendungen von 52.000 Postboten zugestellt. Viele Anwohner öffnen arglos die Tür, wenn sie den Briefträger im typischen Postboten-Outfit sehen. Diese Tatsache hat sich jetzt ein Räuber in Essen zunutze gemacht ...

Donnerstag, 25. November 2010, gegen 9.30 Uhr. Wie jeden Morgen klingelt der Postbote an der Tür des kleinen Juweliergeschäfts in der Innenstadt von Essen. Der Inhaber öffnet die Tür, dann geht alles sehr schnell: Der Unbekannte in Postbotenuniform stürzt sich auf den Besitzer und bedroht ihn mit einer Schusswaffe. Schnell wird klar: Der Unbekannte ist kein Briefträger.

Kleiderwechsel

Nach Aussage des Opfers fesselt der Räuber sein Opfer mit breitem, schwarzem Klebeband, zerschlägt sämtliche Vitrinen, raubt alle Schmuckstücke, tritt dem 70-Jährigen immer wieder brutal in den Bauch und bedroht ihn mit dem Tode.


Schließlich zieht sich der Täter in dem kleinen Verkaufsraum um. Die Überwachungskamera filmt, wie er die Postjacke seiner Uniform auszieht und darunter eine helle Steppjacke zum Vorschein kommt. Die Postkappe tauscht er gegen einen Sonnenhut, den er aus seiner Tasche zieht. Dann flüchtet er. Das Opfer wird wenig später ins Krankenhaus gebracht. Der 70-Jährige hat innere Blutungen, die zum Glück nicht lebensgefährlich sind.

Neue Ansatzpunkte

Die Kripo ermittelt zunächst im Umfeld des Tatorts - sie hofft, dass einer der Nachbarn irgendetwas gesehen hat. Tatsächlich hat ein Zeuge eine interessante Beobachtung gemacht: Er betreibt einen Laden mit Modeschmuck nur ein paar Meter vom Tatort entfernt. Wenige Tage vor dem Überfall fiel ihm in seinem Geschäft ein Mann auf, der sich auffällig benahm. Es schien, als würde er den Laden ausbaldowern.

Weitere Fotos

Auf den Fotos der Überwachungskameras fällt vor allem eines auf: Die markanten Schuhe des Unbekannten. Es sind die gleichen, die auch der Täter während des Überfalls trug. Sind der Mann aus dem Modeschmuck-Laden und der Räuber ein und dieselbe Person? Zunächst geraten die Ermittlungen ins Stocken. Doch dann - vier Monate nach der Tat - meldet sich ein weiterer Inhaber eines Juweliergeschäfts aus Essen. Auch er glaubt, dass ein unbekannter Mann seinen Laden ausspioniert haben könnte. Und wieder fallen die markanten Schuhe auf. Die Polizei fahndet jetzt nach dem Mann mit den auffälligen Schuhen. Auch sein Rucksack war sehr auffällig: blau-grau. Wer weiß, wo dieser Rucksack vertrieben wird?



Personenbeschreibungen:

Der Gesuchte, der am 25.11.2010 das Juweliergeschäft in Essen überfallen hat, ist 25 bis 35 Jahre alt, 1,75 bis 1,80 Meter groß, schlank, sportlich, vermutlicher Osteuropäer. Er sprach nur sehr gebrochen Englisch. Am Tattag trug er ein blau-gelbes Postcap, eine Sturmhaube, Postbotenjacke, dunkle Handschuhe, blaue Jeans, auffällige, dunkle Sneakers mit großen, hellen Feldern. Mit dabei hatte er eine dunkle Umhängetasche.


Beim Verlassen des Tatorts war er mit einem hellem Sonnenhut, Sturmhaube, heller Jacke mit drei auffälligen, schwarzen Knöpfen vorne, dunklen Handschuhen, blauen Jeans und den auffälligen Sneakers bekleidet.

Geraubte Schmuckstücke





- Unikat: Armreif aus 750er Gelbgold mit 31 Brillanten (0,95 Karat)
- Ohrhänger, Motiv: Mond und Sterne, aus 750er Gelbgold mit 10 Brillanten (0,56 Karat)
- Unikat: Halsschmuck mit Opal-Navette aus 585er Gelbgold
- Unikat: Brosche aus 750er Gelbgold mit fünf hochfeinen Opalblüten und Blättern, 0,26 Karat Brillanten
- Damenring aus Gelb- und Weißgold mit 1 Diamant-Emerald (1,77 Karat)



Suche nach Zeugen:

Die Polizei sucht einen bestimmten Zeugen, der während der Tat an dem Geschäft vorbeigegangen ist. Es handelt sich um einen Geschäftsmann im Anzug, der einen Aktenkoffer dabei hatte. Die Kripo bittet diesen Mann, sich bei ihr zu melden.

Fragen nach Zeugen






- Wer hat am Morgen des 25. November 2010, zwischen 9.30 und 10 Uhr eine Beobachtung gemacht, die mit der Tat in Verbindung stehen könnte?
- Wo gibt es ähnlich gelagerte Fälle - vielleicht auch in Essen oder Umgebung?




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