XY-Preis 2011

Drei XY-Preise für couragierte Einsätze

Seit zehn Jahren würdigt der XY-Preis, der unter der Schirmherrschaft des Bundesinnenministers steht, Personen mit Zivilcourage, die sich auf beispielhafte Weise im Kampf gegen Kriminalität für ihre Mitmenschen eingesetzt haben. Dr. Hans-Peter Friedrich zeichnete am 14. Oktober 2011 drei Preisträger persönlich mit dem jeweils mit 10.000 Euro dotierten "XY-Preis - Gemeinsam gegen das Verbrechen" in Berlin aus.

Der "XY-Preis - Gemeinsam gegen das Verbrechen" ist eine Auszeichnung für Menschen, die sich in besonderer Weise für andere eingesetzt haben, und damit Verbrechen vereiteln konnten oder Opfern geholfen haben. Am 14. Oktober 2011 wurde der Preis zum zehnten Mal vergeben. Drei gleichwertige Preise und ein Sonderpreis wurden verliehen, die jeweils mit 10.000 Euro dotiert sind. In diesem Jahr hielten Claus Theo Gärtner, Paul Frielinghaus und Christian Berkel als Paten Laudationes auf die Preisträger und gratulierten den echten Helden des Alltags für ihren außergewöhnlichen und persönlichen Einsatz gegen das Verbrechen.

Die Ausgezeichneten

Weitere Preisträger

Georg Baur rettet mit Mut und Courage ein Leben. Als er Zeuge wird, wie in einem Berliner U-Bahnhof ein Passant angegriffen und verprügelt wird, zeigt er keine Furcht und hält die Täter davon ab, erneut auf den schwer Verletzten einzutreten.


LKW-Fahrer Miroslaw Strecker deckt einen der größten Gammelfleisch-Skandale in Deutschland auf. Er meldet den Behörden, dass nicht für den menschlichen Verzehr geeignetes Fleisch in eine Fleischfabrik geliefert wird. So bewahrt er unzählige Verbraucher vor möglichen gesundheitlichen Schäden. Denn es stellt sich heraus, dass das Gammelfleisch umetikettiert und an einen Döner-Lieferanten in Berlin verkauft werden sollte! Auf diese Weise waren im Vorfeld bereits 150 Tonnen Schlachtabfälle in Umlauf gebracht worden. XY-Preis 2011: Miroslaw Strecker führt die Behörden zu einer dubiosen Fleischfabrik

Jörg Hufmann beobachtet auf dem Heimweg mit dem Auto eine Streiterei zwischen einem Mann und einer Frau. Die hilfesuchenden Blicke der Frau kommen Herrn Hufmann seltsam vor. Er wendet und will nach dem Rechten sehen.


Am Rand der Böschung sieht er, dass der Mann halb auf der Frau liegt. Als der Täter Hufmann sieht, ergreift er sofort die Flucht. Durch seinen mutigen Einsatz verhindert Jörg Hufmann, dass die Frau Opfer einer brutalen Vergewaltigung wird.

XY-Sonderpreis

Die XY-Preis-Jury beschloss zudem, Marcel Gleffe für seinen mutigen und außergewöhnlichen Einsatz mit dem 10 000 Euro dotierten "XY-Sonderpreis" auszuzeichnen. Der 22. Juli 2011 wird als einer der schwärzesten Tage in die Geschichte Norwegens eingehen. Der rechtsradikale Anders Behring Breivik tötet 77 Menschen bei einem Anschlag in Oslo und einem Amoklauf auf der Insel Utøya, bevor er sich der Polizei ergibt. An diesem Tag wird Marcel Gleffe, ein Deutscher, der vor zwei Jahren nach Norwegen ausgewandert ist, zum Helden. Als er die Schüsse des Amokläufers hört, rennt er vom Festland zum See und sieht, wie sich Menschen von der Insel ins Wasser stürzen.

Marcel Gleffe handelt instinktiv und springt in sein kleines Boot. Er ist der Erste, der hinaus fährt und die Opfer ans rettende Ufer bringt. Mit seinem beherzten Eingreifen rettet er alleine etwa 30 Menschen das Leben und wird zum Helden von Utøya. "Die Bilder aus Utøya haben sich in unser aller Köpfe und Herzen gebrannt. Dass es in diesem Unvorstellbaren, Unfassbaren auch Helden gab, die noch Schlimmeres verhindert haben, macht Mut. Gerade dies will der XY-Preis: die Menschen auszeichnen, die Vorbild sind, die aufstehen und sich dem Verbrechen in den Weg stellen", so Reinhold Elschot, ZDF-Fernsehfilmchef und Stellvertretender Programmdirektor.

Zehn Jahre XY-Preis

Die ehrende Auszeichnung wurde 2002 vom ZDF und der "Aktenzeichen XY ... ungelöst"-Produktionsfirma Securitel ins Leben gerufen, um ein Zeichen gegen mangelnde Zivilcourage zu setzen. Bundesinnenminister Dr. Hans-Peter Friedrich hat dieses Jahr die Schirmherrschaft übernommen. In den vergangenen neun Jahren konnte die XY-Fachjury 41 Helden auswählen, zwei Sonderpreise vergeben und einen Ehrenpreis posthum verleihen. In diesem Jahr ermittelte die 11-köpfige Jury aus rund 200 eingereichten Vorschlägen die drei Preisträger.

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