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Der Maskenmann

Ein Jugendbetreuer missbraucht und tötet Kinder

Nachts steht er am Bett kleiner Jungen in Landschulheimen, Zeltlagern, sogar in Kinderzimmern und entführt sie, um seinen pädophilen Neigungen nachzugehen. Jahrelang verbreitet der so genannte „Maskenmann“ Angst und Schrecken – am Ende gehen drei Morde und mehr als 40 Sexualdelikte auf sein Konto. Alle begangen in Norddeutschland.

XY-Szenenfoto: Der „Maskenmann“ schlich sich jahrelang nachts in Schullandheime, um Kinder zu entführen.
XY-Szenenfoto: Der „Maskenmann“ schlich sich jahrelang nachts in Schullandheime, um Kinder zu entführen.
Quelle: ZDF

In der Nacht zum 31. März 1992 verschwindet ein 13-jähriger Junge aus dem Internat in Scheeßel im Großraum Bremen. Fünf Wochen bleibt er wie vom Erdboden verschluckt – dann entdecken Spaziergänger gut 40 Kilometer entfernt seine Leiche. Die Rechtsmedizin stellt fest: Das Kind wurde kurz nach seinem Verschwinden ermordet. Vieles deutet auf ein Sexualverbrechen hin.

Serientäter

Die Ermittlungen der Polizei ergeben: Ganz in der Nähe gab es in Schullandheimen Vorfälle, die im Zusammenhang mit dem Tötungsdelikt stehen könnten. Ein Unbekannter ist dabei jeweils in die Zimmer der Jungen zwischen acht und 13 Jahren eingedrungen und hat sie sexuell missbraucht. Die Kinder beschreiben den Täter als dunkel gekleideten Mann mit Maske.

XY-Szenenfoto: Mehrere Dutzend Entführungen gehen auf das Konto des "Maskenmanns".
XY-Szenenfoto: Mehrere Dutzend Entführungen gehen auf das Konto des "Maskenmanns".
Quelle: ZDF

Es folgen weitere Taten – am Ende schreibt die Polizei dem „Maskenmann“ über 40 Sexualdelikte und zwei weitere Morde zu. So missbrauchte und tötete der Unbekannte im Juli 1995 einen achtjährigen Jungen, den er zuvor aus einem Zeltlager bei Schleswig entführt hatte. Außerdem zählt ein neunjähriger Junge zu seinen Opfern, den er im September 2001 aus einem Schullandheim bei Wulsbüttel, nördlich von Bremen, mitnahm.

Zusammenarbeit mit Profilern

Was folgt ist ein jahrelanger Ermittlungsmarathon, auch in enger Zusammenarbeit mit Operativen Fallanalytikern. Es gibt immer neue Spuren: Die Beamten erfahren von einer Tat, bei der der Maskenmann 1999 sein kindliches Opfer fotografiert hat. Außerdem wird ein neues Phantombild des Täters erstellt. Und: Ein Zeuge meldet sich, der eines der Opfer in einem hellen Opel Omega Caravan gesehen haben will.

Am 10. Februar 2011 – fast 19 Jahre nach dem ersten Mord des Maskenmanns – gibt die Polizei eine viel beachtete Pressekonferenz, die sogar live im Fernsehen übertragen wird. Kurz darauf meldet sich ein Zeuge, der in seinem Kinderzimmer Opfer des Maskenmanns geworden war. Der Mann erinnert sich an eine Ferienfreizeit einige Zeit vor der Tat, bei dem einer der Betreuer auffälliges Interesse an seinem Zuhause zeigte. Ist dieser Betreuer etwa der „Maskenmann“?

Beweise werden gefunden

Die Polizei durchsucht das Zuhause des Verdächtigen und entdeckt auf der Festplatte seines Computers das Foto des Neunjährigen, das der Maskenmann 1999 von seinem Opfer geschossen hat. Die Polizei findet weitere Indizien, doch keinen handfesten Beweis für die Täterschaft des Verdächtigen.

Am 13. April 2011 nehmen die Ermittler den Mann schließlich fest. Mit psychologischem Geschick gelingt es nach einiger Zeit, dem Verdächtigen ein Geständnis zu entlocken. Am 27. Februar 2012 wird der Beschuldigte zu einer lebenslangen Freiheitsstrafe verurteilt. Das Gericht stellt die besondere Schwere der Schuld fest.

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