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Mord an Konditormeister

Täter spielt mit Kripo Katz und Maus

Der Mord an einem Konditormeister zählt zu den ungewöhnlichsten Verbrechen, mit denen es die zuständige Mordkommission je zu tun hatte. Fast zwei Jahre lang fehlt von dem Toten jede Spur – doch dann kommt es zu einer spektakulären Wende.

XY-Szenenfoto: Das Opfer war ein freundlicher, alleinstehender Mann.
XY-Szenenfoto: Das Opfer war ein freundlicher, alleinstehender Mann.
Quelle: ZDF

6. Januar 2005: Die Familie eines alleinlebenden, früheren Konditormeisters ist besorgt. Seit Tagen geht der 68-Jährige nicht mehr ans Telefon. Das letzte Lebenszeichen von ihm war ein Telefonat drei Tage zuvor. Besonders rätselhaft: Immer wieder rufen Interessenten an, die das Haus des Rentners mieten wollen. In einer großen Tageszeitung war ein Inserat erschienen, in denen das Haus zu einem günstigen Preis angeboten wurde.

Rätselhaftes Verschwinden

XY-Szenenfoto: Die Polizei sucht in der Wohnung nach Spuren – und findet schließlich Rückstände von Blut.
XY-Szenenfoto: Die Polizei sucht in der Wohnung nach Spuren – und findet schließlich Rückstände von Blut.
Quelle: ZDF

Die Polizei wird eingeschaltet und entdeckt im Obergeschoss des Hauses Blutspuren, zudem schlägt ein Leichenspürhund an. Alles spricht dafür, dass der Vermisste Opfer einer Straftat geworden ist. Doch wer könnte dem 68-Jährigen etwas angetan haben?

Die Kripo München ermittelt monatelang und stößt auf eine merkwürdige Überweisung. Vom Konto des Konditormeisters wurden nach seinem Verschwinden 1465 Euro an eine Frau in Oberfranken überwiesen. Später stellt sich heraus: Der Lebensgefährte der Frau hatte ein Jahr zuvor im Haus des Konditormeisters übernachtet. Hat er den 68-Jährigen umgebracht und dann die Überweisung in Auftrag gegeben?

Spur nach Italien

Bei seiner Vernehmung gibt der Tatverdächtige schließlich zu, etwas mit dem Tod des Vermissten zu tun zu haben - er habe die Leiche in Italien vergraben. Zwar widerruft der Mann sein Geständnis, und auch von dem Toten fehlt weiter jede Spur, dennoch erhebt die Staatsanwaltschaft Anklage wegen Mordes.

Im Prozess - fast zwei Jahre nach dem Verschwinden des Konditormeisters - kommt es zur entscheidenden Wende: Der Angeklagte nennt den Ermittlern den Ablageort des Toten - einen Strand am Golf von Venedig. Das Spurenbild an der Leiche zeigt: Der 68-Jährige wurde durch brutale Gewalt gegen den Hals getötet.

Perfider Plan

XY-Szenenfoto: Der Täter überraschte das Opfer eines Nachts.
XY-Szenenfoto: Der Täter überraschte das Opfer eines Nachts.
Quelle: ZDF

Das Gericht folgt der Einschätzung der Staatsanwaltschaft, dass der Angeklagte sein Opfer nachts überrascht und ermordet hat. Das Ziel des spielsüchtigen Mannes: Er wollte das Haus des Konditormeisters zur Vermietung anbieten und von möglichst vielen Interessenten Kaution kassieren. Zudem überwies er 1465 Euro an seine Lebensgefährtin, um das Geld beim Glücksspiel einzusetzen. Das Urteil gegen den 56-Jährigen: lebenslange Haft mit Sicherungsverwahrung. Sein Opfer wird in München bestattet.

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