Der Fall: Walter S.

Ein Nachbarschaftsstreit eskaliert

Der 49-jährige Walter S. lebt in Radscheid, einem kleinen Weiler nahe der belgischen Grenze, dann verschwindet er plötzlich spurlos. Seine Leiche wurde bis heute nicht gefunden – doch in einem Indizienprozess wird sein ehemaliger Nachbar wegen Mordes an Walter S. verurteilt. Dass es dazu kam, ist auch einer Zeugin zu verdanken, die sich nach einem Aufruf in „Aktenzeichen XY… ungelöst“ gemeldet hat.

XY-Szenenfoto: Als Walter abends heimkommt wird auf ihn geschossen. Eine Nachbarin leistet Erste Hilfe.
XY-Szenenfoto: Als Walter abends heimkommt wird auf ihn geschossen. Eine Nachbarin leistet Erste Hilfe. Quelle: Securitel

Walter Schmidt (Name geändert) bewohnt ein kleines Zimmer in der Scheune eines ehemaligen Bauernhofs, der früher seinen Eltern gehörte, aber zwischenzeitlich zwangsversteigert werden musste. Walter besitzt lebenslanges Wohnrecht. 1987 ziehen die neuen Besitzer auf den Hof – ein Paar, das sich durch die Anwesenheit von Walter S. gestört fühlt. Die beiden bieten dem Junggesellen Geld an, damit er den Hof verlässt und auf das Wohnrecht verzichtet – doch Walter S. lehnt ab.

Mordversuch aus dem Nichts

Daraufhin kommt es immer wieder zu größeren Streitigkeiten, bis schließlich Walter S. 1988 von seinem Nachbarn mit einer Pistole bedroht und angeschossen wird.

Sein Nachbar wird wegen versuchten Totschlags zu drei Jahren und drei Monaten Freiheitsstrafe verurteilt und in ein psychiatrisches Krankenhaus eingewiesen. Anderthalb Jahre später kommt es zum Zivilprozess, bei dem der Täter zu einer Zahlung von Schmerzensgeld verurteilt wird. Doch der Verurteilte nutzt einen unbeobachteten Moment, um aus dem Gerichtssaal zu fliehen. Er taucht unter. ElfJahre ist er wie vom Erdboden verschluckt.

Plötzliche Rückkehr

2001 - die Taten sind inzwischen verjährt - taucht er plötzlich wieder auf dem Hof von Walter S. in Radscheid auf und zieht wieder in sein Haus. Es dauert nicht lange, da kommt es wieder zu Streitigkeiten zwischen den Nachbarn und Walter S., bis zum September 2007. Über Nacht verschwindet Walter S. mit seinem Auto spurlos. Schnell hat die Polizei wieder den Nachbarn im Visier – nachweisen kann sie ihm allerdings nichts.

Auto-Fund in Luxemburg

Es dauert nicht lange, da wird das Auto von Walter S. in Clervaux/Luxemburg verlassen aufgefunden. Wieder ein Indiz für ein Verbrechen.

Am 16. September 2009 wendet sich die Kripo schließlich hilfesuchend an die XY-Zuschauer. Sie bittet dringend um Zeugen, die bei den Ermittlungen helfen können. Und tatsächlich meldet sich eine wichtige Zeugin. Ihr inzwischen verstorbener Mann hat einst von dem Nachbarn einen Mordauftrag erhalten. Der Nachbar bot damals viel Geld, wenn ihr Mann Walter S. umbringen würde. Ihr Mann habe entsetzt abgelehnt - doch dank der Aussage dieser Zeugin kann die Polizei Trier nun die Indizienkette gegen den Nachbarn schließen. Wenig später wird er zu einer lebenslangen Freiheitsstrafe verurteilt.

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