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Mord wegen 80 Euro

Der Fall „Kramer“

Dieser Fall scheint für die Kripo zunächst unlösbar zu sein. Keiner hat den Täter gesehen. Und keine Spuren hat der Täter hinterlassen… Außer der, dass ihm ein Menschenleben wohl so gut wie nichts bedeutet. 80 Euro hat er erbeutet. Und die kosteten einer Frau aus Hannover das Leben…

Gesellschaft | Aktenzeichen XY... ungelöst - Der Beitrag aus der XY-Sendung

Wie sich der Mordfall zugetragen hatte, wie er gelöst wurde - und wie Kriminalpsychologin Lydia Benecke den Täter beschreibt.

Videolänge:
21 min
Datum:

Am 05. Februar 2007 sitzt das Rentner-Ehepaar Kramer beim Abendbrot und spielt Kniffel. Die beiden wohnen in Sehnde bei Hannover, im Nebenhaus ihrer ehemaligen Bäckerei. Plötzlich klingelt es an der Haustür. Als Katharina Kramer die Tür öffnet, sieht sie sich einem fremden Mann mit erhobener Rohrzange gegenüber. Der brutale Eindringling fackelt nicht lange und schlägt die wehrlose alte Frau nieder. Als ihr Ehemann Paul Kramer den Tumult im Flur bemerkt und ihr zu Hilfe eilen will, wird auch er - noch bevor er die Situation richtig erfassen kann - sofort niedergestreckt. Der Täter greift sich eine Brieftasche, die im Flur liegt. Er flüchtet mit dem Inhalt - gerade mal 80 Euro.

Fürchterliche Tragödie

XY-Szenenfoto: Der Rettungsdienst bringt den verletzten Rentner ins Krankenhaus. Inzwischen beginnt die Kripo mit den Ermittlungen.
XY-Szenenfoto: Der Rettungsdienst bringt den verletzten Rentner ins Krankenhaus. Inzwischen beginnt die Kripo mit den Ermittlungen.
Quelle: ZDF

Als Paul Kramer wieder zu sich kommt, ruft er sofort nach Hilfe. Doch für seine Frau ist es zu spät. Sie ist tot. Auch der herzkranke Paul Kramer wird sich von diesem Überfall nicht mehr richtig erholen. Er stirbt ein Jahr später. Eine fürchterliche Tragödie für die Tochter der Kramers - und für die Kripo eine harte Nuss. Denn keiner hat den Täter gesehen, und am Tatort gibt es keine Spuren.

Als der Fall eigentlich ausermittelt ist, versuchen die Beamten noch eine letzte Möglichkeit: Die Veröffentlichung bei Aktenzeichen XY… ungelöst. Am 10. Dezember 2008 läuft der Film mit dem Aufruf nach Zeugen über die deutschen Bildschirme.

Kommissar Zufall hilft

Und tatsächlich gibt es einen Zuschauer, der etwas sagen kann. Am 27. Januar 2009 meldet sich aus der JVA in Kiel ein Insasse. Er berichtet, mit einem Obdachlosen zusammen im Zug nach Hamburg gesessen zu sein, als dieser ihm eine Tat gestand, die dem Fall bei Aktenzeichen sehr ähnlich zu sein schien. Leider kann der Hinweisgeber keinen Namen nennen.

XY-Szenenfoto: Der Schaffner erwischt zwei Schwarzfahrer. Er ahnt nicht, dass einer der beiden ein schweres Verbrechen begangen hat.
XY-Szenenfoto: Der Schaffner erwischt zwei Schwarzfahrer. Er ahnt nicht, dass einer der beiden ein schweres Verbrechen begangen hat.
Quelle: ZDF

Doch die Passagiere sind im Zug kontrolliert worden. Da beide keine Fahrscheine hatten, sind die Personalien vom Schaffner aufgenommen worden. Und über diese Angaben gelingt es den Beamten schließlich, den Beschuldigten zu ermitteln. Kommissar Zufall tat ein Übriges. Denn der Mann sitzt zu dem Zeitpunkt im Knast. Aufgrund der belastenden Aussage des Zeugen, gesteht der Mann die Tat. Er ist am 08.07.2009, also knapp zweieinhalb Jahre nach der Tat, zu lebenslanger Haft verurteilt worden.

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