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Die Ermittlungs-Odyssee

Der Fall „Frank Gust“

Der Fall Frank Gust ist einer der größten und außergewöhnlichsten der deutschen Kriminalgeschichte – sowohl was die unglaubliche Brutalität dieses Mörders betrifft, als auch die beispiellos aufwändige Ermittlungsarbeit.

Gesellschaft | Aktenzeichen XY... ungelöst - XY-Beitrag zum Fall aus der Sendung

Wie sich der Mordfall zugetragen hatte, wie er gelöst wurde - und wie Kriminalpsychologin Lydia Benecke den Täter einordnet.

Videolänge:
34 min
Datum:

Besser bekannt als „Rhein-Ruhr-Ripper“ hat der unscheinbare Dachdecker von 1994 bis 1998 vier Frauen bestialisch ermordet. Mindestens drei von ihnen hat er bestialisch verstümmelt, vergewaltigt, gefoltert und anschließend ausgeweidet. Von der vierten Leiche fehlt bis heute jede Spur. Seine Motivation: Macht über seine Opfer, sexuelle Erregung durch Demütigung, Schmerz und Angst. Frank Gust ist ein sexueller Sadist und ein Psychopath. Gleichzeitig führt er ein bürgerliches Leben mit Beruf, Ehefrau und Kind.

Erstes Opfer: eine Anhalterin

Lange Zeit tappen die Ermittler im Dunkeln, denn die Sachbearbeiter der einzelnen Verbrechen können keinen Zusammenhang zwischen den drei Morden erkennen. Frank Gust hat sich seine Opfer an unterschiedlichen Orten geholt, kaum Spuren hinterlassen und sein Vorgehen von Tat zu Tat verändert.

Begonnen hat alles am 8. September 1994 in Duisburg. Frank Gust nimmt eine junge Anhalterin mit. Er gibt vor, sie nach Hause zu fahren. In den Niederlanden, nur 100 km von ihrem Wohnort entfernt vergewaltigt Frank Gust sie und erschießt sie. Anschließend trennt er ihr Kopf und Hände ab. Die nackte Leiche lässt er am Straßenrand zurück. Die niederländischen Ermittler glauben, dass der Täter durch das Abtrennen der Hände die Identifizierung der Leiche erschweren wollte. 1995 wenden sich die niederländischen Ermittler an Aktenzeichen XY. Doch der entscheidende Hinweis bleibt aus, und die Ermittlungen kommen letztendlich zum Erliegen.

Erfolglose Ermittlungen

Zwei Jahre später ist der erst 27-jährige Frank Gust beruflich in Essen. Dort holt er sich auf dem Straßenstrich sein zweites Opfer. Er erschießt sie, verstümmelt sie und weidet die Frau aus. Den abgeschnitten Kopf nimmt er mit. Mehrere Dutzend Beamte sind notwendig, um monatelang auf dem Strich nach Zeugen zu suchen. Endlich werden sie fündig, und eine Prostituierte erkennt das Opfer. Doch auch diese Mordermittlung verläuft im Sande.

XY-Szenenfoto: Ein Serienmörder hat sein nächstes Opfer gefunden. Er „genießt“ die Angst der gefesselten jungen Frau.
XY-Szenenfoto: Ein Serienmörder hat sein nächstes Opfer gefunden. Er „genießt“ die Angst der gefesselten jungen Frau.
Quelle: ZDF

Wieder zwei Jahre später, am 20. Juni 1998, holt sich Frank Gust auf dem Strich sein drittes Opfer. Diesmal foltert er die Frau stundenlang, bevor er sie tötet. Zuständig ist diesmal die Kripo Duisburg. Monatelang ermitteln die Beamten, doch der Täter hat keine Spuren hinterlassen. Auch diesmal kommen die Ermittler nicht weiter.

Profiler findet kein Gehör

Dann eine unerwartete Wendung: Ein niederländischer Profiler stellt eine Verknüpfung zwischen den Leichenfunden aus den Niederlanden, Mönchengladbach und Duisburg her. Er glaubt, es handle sich bei allen drei Morden um ein und denselben Täter. Doch Profiling kennt man zu dem Zeitpunkt nur aus Amerika. Die Operative Fallanalyse, wie die Methode in Deutschland heißt, steckt noch in den Kinderschuhen. Die deutschen Ermittler glauben nicht an die Theorie eines „Serientäters“, da die Vorgehensweise des Täters bei den Morden zu unterschiedlich sei.

Im Sommer 1999 meldet sich plötzlich eine junge Frau bei der Polizei mit einer seltsamen Geschichte. Sie berichtet, dass die neue Frau ihres Vaters erzählt habe, ihr Sohn habe ihr gestanden, einmal eine Anhalterin „aus Versehen“ getötet zu haben. Der Name des Sohnes: Frank Gust. Jetzt ist es nur noch eine Frage von wenigen Wochen, bis die Ermittler einen Zusammenhang zwischen den Morden herstellen können. Mit den Vorwürfen konfrontiert gesteht Frank Gust nach und nach.

Am Ende erhalten die Ermittler ein Geständnis über alle drei Morde. Am 21. September 2000 wird Frank Gust schließlich nach elf Verhandlungstagen zu einer lebenslangen Haftstrafe verurteilt. Nach eigener Aussage ist er mit dem Urteil zufrieden: „Es ist gut, dass ich nie mehr rauskomme.“

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