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Es ist nicht alles Gold, was glänzt

Abzocke mit falschen Goldbarren

Die Täter kommen aus angesehenen Berufen, treten bescheiden und bodenständig auf. Sie lassen keine Fragen offen und ersticken mit dieser Transparenz jedes mögliche Misstrauen im Keim. Das wäre jedoch mehr als angebracht gewesen…

XY-Szenenfoto: Aufgeflogen: Als die Polizei den Tresorraum samt Inhalt unter die Lupe nimmt, fliegt der ganze Schwindel auf…
XY-Szenenfoto: Aufgeflogen: Als die Polizei den Tresorraum samt Inhalt unter die Lupe nimmt, fliegt der ganze Schwindel auf…
Quelle: ZDF

Wer Geld zur Verfügung hat, sorgt meist dafür, dass es sich durch geschickte Anlagen oder Investitionen vermehrt. Das Sparbuch ist passé, denn das Zinsniveau ist im Keller. Wie kann der vernünftige Sparer in der heutigen Zeit sein Geld also vernünftig und vor allem sicher anlegen? Gold scheint da durchaus eine attraktive Alternative zu sein. Denn Gold ist relativ wertbeständig. Und: Man kann es anfassen, wie die Wände in der eigenen Wohnung.

Verlockendes Angebot

XY-Szenenfoto: Um Eindruck zu machen, präsentieren die Betrüger einen Tresorraum - randvoll mit angeblich fast vier Tonnen Gold.
XY-Szenenfoto: Um Eindruck zu machen, präsentieren die Betrüger einen Tresorraum - randvoll mit angeblich fast vier Tonnen Gold.
Quelle: ZDF

Diese Situation nutzten Betrüger für sich aus, indem sie Anleger mit hohen Gewinnversprechen zu Investitionen verleitet haben. In diesem Fall gelang es den Tätern, etwa 6000 Anlegern das Geld aus der Tasche zu ziehen. Die Schadenssumme beträgt mehr als 55 Millionen Euro. Das Aushängeschild der Betrüger waren sie selbst: Rechtsanwälte, Steuerberater, Wirtschaftsprüfer. Ihre Firma residierte hinter eindrucksvollen Gemäuern.

In Zeiten der Null-Zins-Politik ist ihr Angebot verlockend: Der Kunde investiert Geld, mit dem die Betrüger Gold kaufen, das sie in einem streng bewachten Tresor lagern. Durch den Handel mit dem Gold erzielen sie Gewinne, von denen sie nach der vereinbarten Laufzeit Zinsen von bis zu zehn Prozent auszahlen. Das garantieren sie den Kunden auf Hochglanzurkunden.

Bittere Wahrheit: Kein Goldhandel, keine Ausschüttung

XY-Szenenfoto: Nichtsahnend verkauft der Anlageberater im Namen der Betrüger Goldanlagen.
XY-Szenenfoto: Nichtsahnend verkauft der Anlageberater im Namen der Betrüger Goldanlagen.
Quelle: ZDF

Die Wahrheit ist allerdings eine ganz andere: Die Bande akquiriert Anlageberater, die sie in firmeneigenen Räumen schult. Sie sollen gegen Provision als Vertreter Goldanlagen verkaufen. Zur Schulung gehört auch die Besichtigung des Tresorraums, in dem sich mehrere Tonnen Goldbarren stapeln. Dadurch sollen bei den zukünftigen Anlageberatern mögliche Zweifel an der Seriosität des Unternehmens und ihrem Angebot verfliegen und die Anlageberater nun aus voller Überzeugung werben…

Doch was weder die Anleger noch die Berater ahnen: Mit dem Gold wird gar kein Handel betrieben. Denn bis auf einen winzigen Anteil bestehen die Barren aus billigen, mit einer hauchdünnen Goldschicht überzogenen Betonrohlingen - geliefert im großen Stil von einer chinesischen Firma. Das von den Anlegern investierte Geld wandert direkt in die Taschen der Betrüger.

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