Angst vor dem Absturz

"Leben ist mehr!" am Buß- und Bettag 2013

Gesellschaft | Dietrich Grönemeyer - Leben ist mehr! - Angst vor dem Absturz

Dietrich Grönemeyer trifft Falk F., der nach einer Gefängnisstrafe versucht, wieder in die Gesellschaft zu finden, und er begegnet Frank S., der derzeit in einer Justizvollzugsanstalt inhaftiert ist.

Beitragslänge:
13 min
Datum:
Verfügbarkeit:
Video verfügbar bis 20.11.2018, 17:45

"Ich habe Angst, dass ich wieder abstürze", meint Falk F. "Ich stecke gerade in der Krise." Eigentlich war es gut gelaufen nach eineinhalb Jahren Haft wegen Drogenmissbrauchs und Beschaffungskriminalität und einer langen Entzugstherapie. Doch jetzt ist er wieder ohne Arbeit.

Das alte Milieu, von dem sich der 32-Jährige lange ferngehalten hatte, lockt. Falk F. hat Angst, wieder straffällig zu werden. Seine Sorgen erzählt er Dietrich Grönemeyer, der ihn in Koblenz besucht und erfahren will, wie es um die Chancen zur Wiedereingliederung Strafgefangener in die Gesellschaft steht.

Ist Resozialisierung überhaupt möglich?

Was muss passieren, damit ehemalige Straftäter nicht rückfällig werden? Was kann der Einzelne leisten, wo ist die Gesellschaft gefordert? Fragen wie diesen geht Dietrich Grönemeyer zum diesjährigen Buß- und Bettag nach. Dabei begleitet er Falk F., in dessen Alltag und bei der Arbeitssuche. Wie war die Vergangenheit des ehemaligen Häftlings?

Sie besuchen Falk F.s damalige Zelle in der Justizvollzugsanstalt Wittlich. Dietrich Grönemeyer verfolgt auch das Lauftraining von Falk F. Das hat der gelernte Dachdecker schon im Gefängnis aufgenommen. Er wollte Marathon laufen und daraus positive Lebensenergie ziehen - mit Erfolg: Falk F. hat Deutschlands einzigen Knastmarathon durchgestanden.

Angst vor dem Verlust der Familie

Dietrich Grönemeyer begegnet auch Frank S., der zurzeit in der Justizvollzugsanstalt Wittlich inhaftiert ist. Der junge Mann sitzt eine mehrjährige Strafe wegen Körperverletzung ab. Hin und wieder darf er die Haftanstalt verlassen, um seine Familie und sein kleines Kind zu sehen. Aber jedes Mal, wenn Frank S. wieder einrückt, steigt die Angst in ihm auf, seine Familie und das Kind durch die Haft zu verlieren.

In diesen Begegnungen und Gesprächen fächert sich ein Bild der vielfältigen Herausforderungen auf, die Straftätern beim Versuch der Resozialisierung begegnen. Gleichzeitig wird am Buß- und Bettag klar, was die sprichwörtliche zweite Chance bedeutet, die jeder verdient hat: die Möglichkeit, sich in wohlwollender Begleitung eines stützenden Umfelds selbst zu hinterfragen, neu zu positionieren und sein Leben neu anzugehen.

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