Der lange Weg junger Flüchtlinge

"Leben ist mehr" am Reformationstag

Gesellschaft | Dietrich Grönemeyer - Leben ist mehr! - Der lange Weg junger Flüchtlinge

Die größte Gruppe der unbegleiteten minderjährigen Flüchtlinge kommt aus Afghanistan - und Dietrich Grönemeyer begegnet aus Anlass des Reformationstages zwei von ihnen.

Beitragslänge:
14 min
Datum:
Verfügbarkeit:
Video verfügbar bis 26.10.2020, 10:43
Produktionsland und -jahr:
Deutschland 2015

Tausende minderjährige Flüchtlinge kommen jedes Jahr unbegleitet nach Deutschland - und Dietrich Grönemeyer begegnet aus Anlass des Reformationstags zwei von ihnen.

Im Gepäck haben sie traumatische Erlebnisse und ansonsten nur ihre Hoffnung auf ein neues Leben. Der 15-jährige Baheer ist vor wenigen Monaten in Deutschland angekommen und kämpft mit seiner Vergangenheit. Turi Omari ist schon einige Schritte weiter.

Der heute 21-Jährige ist vor gut vier Jahren aus Afghanistan nach Deutschland geflohen, hat mit Unterstützung vieler Helfer seine ersten Schritte in die Gesellschaft gemacht, gut Deutsch gelernt, eine Lehre begonnen, eine eigene Wohnung bezogen. "Ich will in die Zukunft schauen und mir hier in Deutschland ein Leben aufbauen", sagt er. Jetzt steht ein neues Problem an: Seine Aufenthaltsgenehmigung läuft aus - ob sie verlängert wird?

Suche nach verlorener Geborgenheit

Dietrich Grönemeyer mit Baheer in einem Fahrradladen.
Dietrich Grönemeyer mit Baheer und Dele Müller bei der Fahrradreparatur

Baheer wurde auf der Flucht von seinen Eltern getrennt und hat seither nichts mehr von seiner Familie gehört. In einer Wohngruppe auf einem Bauernhof sucht er nach der verlorenen Geborgenheit - und nach einer Perspektive. Unterstützt wird er dabei von Dele Müller und dessen Team aus Helfern. Sie versuchen, dem verunsicherten Jungen im Dschungel der deutschen Bürokratie einen Weg zu bahnen.

So unterschiedlich ihre Situation ist: Turi und Baheer verbindet die Herausforderung, sich in ein neues Leben hineinfinden zu müssen - und die Fallhöhe könnte für beide kaum höher sein: Eine Behördenentscheidung könnte sie zurückstoßen in ihr altes Leben.

Dietrich Grönemeyer begleitet die beiden in ihrem Alltag zwischen Deutschunterricht und Ausbildung, Behördenwelt und Theaterspiel. Er versucht in Gesprächen ihre Nöte, Hoffnungen und Wünsche zu ergründen. Dabei wird deutlich, wie sehr die beiden auf eine Gesellschaft angewiesen sind, die sich öffnet und den Herausforderungen der aktuellen Entwicklungen stellt. Ohne die Hilfe jedes Einzelnen gibt es keine Perspektive für diese Jugendlichen. Ein Appell, der gerade am Reformationstag, an dem gesellschaftliche Erneuerung und Verantwortung im Mittelpunkt stehen, nicht verhallen sollte.

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