Ein Tag, der alles verändert

"Leben ist mehr!" am Karfreitag 2015

Gesellschaft | Dietrich Grönemeyer - Leben ist mehr! - Ein Tag, der alles verändert

Dietrich Grönemeyer trifft Frank Wirth, dessen Leben sich von einem auf den andern Moment für immer veränderte. Am Karfreitag will Grönemeyer ergründen, wie ein Neuanfang gelingen kann.

Beitragslänge:
13 min
Datum:
Verfügbarkeit:
Video verfügbar bis 24.03.2020, 08:39

Es gibt Schicksalstage, die das ganze Leben verändern. Für Frank Wirth war das der 3. Juni 2000, 11.47 Uhr. Damals prallte der heute 43-jährige Thüringer auf einem Motorradausflug frontal mit einem anderen Motorrad zusammen. Er hätte tot sein können, erzählt er Dietrich Grönemeyer.

Grönemeyer will am Karfreitag ergründen, wie aus einem Tag, der einem als schweres Kreuz erscheint, dennoch etwas Gutes erwachsen, wie nach einem Unfall ein Neuanfang gelingen kann. Auch Frank Wirth wurde zu so einem Neuanfang gezwungen. Seine Diagnose: Sie werden den Rest Ihres Lebens querschnittsgelähmt sein.

Der passionierte Sportler musste sich auf ein Leben im Rollstuhl einstellen. "Mein Leben war zusammengebrochen, ich habe nächtelang geheult." Heute hat Frank Wirth eine andere Perspektive: "Man muss halt versuchen, immer das Positive aus einer Situation zu ziehen: Wenn ich den Unfall nicht gehabt hätte, hätte ich meine jetzige Freundin nicht kennen gelernt."

Ein schwerer Weg zurück ins Leben

Tausende Menschen sind jährlich zum Neuanfang gezwungen: Laut Statistischem Bundesamt waren es im Jahr 2013 137.298 Menschen, die in Deutschland nach Unfall oder Berufskrankheit schwerbehindert gemeldet wurden. Hinzu kommen Schlaganfälle, Infarkte und andere Erkrankungen, die Menschen aus den Angeln ihres alten Lebens reißen. Wie schwer der Weg sein kann, der ihnen bevorsteht, erlebt Dietrich Grönemeyer während seines Besuchs bei Frank Wirth.

Dietrich Grönemeyer
Dietrich Grönemeyer Quelle: ZDF

Was auf dessen Unfall folgte, waren erst einmal Rückschläge. Nach einem Jahr war klar: Er würde den Rest seines Lebens querschnittsgelähmt sein. Auch sonst lief es nicht gut. Seine zum Zeitpunkt des Unfalls im sechsten Monat schwangere Freundin trennte sich von ihm; Frank Wirth traute sich nicht mehr auf die Straße, um nicht dem Mitleid der anderen ausgesetzt zu sein. "Der Grund war der Gedanke an die Fußgänger, die dich dann halt angucken, weil du behindert bist."

Neue Chancen sehen und ergreifen

Heute hat Frank seine Behinderung akzeptiert und sieht in dem Unfall und seinen Folgen auch jede Menge Chancen: Durch den erzwungenen Perspektivwechsel "lernt man das Leben viel mehr zu schätzen. Ich mache mir jetzt viel mehr Gedanken und habe gelernt, dass das Leben viel zu kurz ist, um sich über irgendwelche Sachen zu ärgern". Von diesem Gefühl versucht er auch seinen Kunden etwas mitzugeben: Frank Wirth arbeitet in einem Sanitätshaus und berät Menschen, die auf einen Rollstuhl angewiesen sind.

Der Unfall hat grundsätzlich Frank Wirths Haltung zum Leben geändert. Damals habe er erfahren, "dass da irgendetwas ist, das will, dass du lebst. So eine Art Schutzengel", erzählt er Dietrich Grönemeyer für die Sendung am Karfreitag. Eine Kraft, die hilft, selbst nach einem schwarzen Tag noch einen Neuanfang zu wagen, aus Liebe zum Leben.

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