Neustart nach dem Glücksspiel

"Leben ist mehr" am Buß- und Bettag

Gesellschaft | Dietrich Grönemeyer - Leben ist mehr! - Neustart nach dem Glücksspiel

Dietrich Grönemeyer trifft zwei spielsüchtige Menschen, die auf dem Weg aus der Sucht-und Schuldenfalle sind. Er spricht mit ihnen über Schuld, Scham und die Chance auf einen Neuanfang.

Beitragslänge:
13 min
Datum:
Verfügbarkeit:
Video verfügbar bis 17.11.2020, 17:45
Produktionsland und -jahr:
Deutschland 2015

Dietrich Grönemeyer trifft zwei spielsüchtige Menschen, die auf dem Weg aus der Sucht-und Schuldenfalle sind. Er spricht mit ihnen über Schuld, Scham und die Chance auf einen Neuanfang.

Daniela P. erinnert sich: "Es war ein kostenloser Kaffee, wegen dem ich das erste Mal in eine Spielothek gegangen bin - und aus dem Kaffee wurden 50 000 Euro Schulden." Auch der 23-jährige Markus B. hat rund 20 000 Euro Schulden in den letzten sechs Jahren angehäuft.

 Dietrich Grönemeyer hört Markus B. zu.
Dietrich Grönemeyer hört Markus B. zu. Quelle: ZDF

Seine Miete hat er über Jahre nicht mehr bezahlt und immer wieder andere Leute um ihr Geld betrogen. "Am Ende war ich sogar obdachlos." Eigentlich hat er schon damit gerechnet, ins Gefängnis zu müssen, doch die Richterin hat ihm eine letzte Chance gewährt. Dietrich Grönemeyer besucht ihn unter anderem in einer Wohngruppe der Diakonie in Rosenheim, wo er versucht, sein Leben zu ordnen. Als nächste große Herausforderung steht an, seine Schulden in den Griff zu bekommen. "Ich möchte es unbedingt allein schaffen", sagt ihm sein Stolz. Doch erst einmal muss er sich klar darüber werden, wie das gehen kann - der Gang zur Schuldnerberatung scheint unausweichlich.

Reinen Tisch machen

Genau dort wurden Daniela P. vor drei Jahren die Augen geöffnet, nachdem keine Bank ihr mehr Kredit geben wollte: "Ich habe immer gemeint, ich bekomme das alleine hin - auch mit Hilfe meiner Spielerei. Doch das war eine Milchmädchenrechnung", sagt die 32-jährige Mutter eines zwölfjährigen Sohnes heute. "Und einen Tag nach meinem Besuch bei der Schuldnerberatung kam die erste Lohnpfändung. Daniela P. blieb nur der Weg in die Privatinsolvenz. Seit gut zwei Jahren kaufte sie nur das Nötigste für sich und ihren Sohn - erst vor kurzem durfte sie sich wieder ein Auto anschaffen. Doch sie bereut den Schritt in keinem Moment - und ist besonders stolz darauf, dass sie mittlerweile allen Privatleuten, die ihr Geld geliehen haben, jeden Cent zurückzahlen konnte.

Dass Daniela P. so weit gekommen ist, führt sie auf zwei Faktoren zurück: ihr Umfeld, das sie nicht im Stich gelassen hat - und eine von irgendwoher kommende Kraft: "Ich habe immer wieder gebetet, obwohl ich eigentlich gar nicht wusste, wen ich damit meine." Doch irgendwie habe sie den Eindruck gewonnen, da wolle jemand, dass sie es schafft. Jetzt will Daniela P. die letzte Herausforderung annehmen, sich ihrer Scham stellen und sich ihrem ganzen Umfeld offenbaren. "Ich möchte reinen Tisch machen", erzählt sie Dietrich Grönemeyer im Rahmen seiner Sendung zum Buß- und Bettag.

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