Das Fest Mariä Himmelfahrt

Tag der "Aufnahme Marias in den Himmel"

Am 15. August feiert die katholische Kirche "Mariä Himmelfahrt". Obwohl das Fest eine sehr lange Tradition hat und sein Ursprung bis in die Zeit der Frühen Kirche zurückreicht, ist seine Bedeutung heute nur noch wenigen bekannt. Es erinnert an den Tod Marias, der Mutter Jesu. In Deutschland ist der 15. August nur im Saarland und in den überwiegend katholischen Gegenden Bayerns ein arbeitsfreier Tag.

Helmar Willi Weitzel in einem Berliner Devotionaliengeschäft
Marienfigur in einem Berliner Devotionaliengeschäft Quelle: ZDF

Papst Pius XII. verkündete im Jahr 1950 das Dogma von der "leiblichen Aufnahme Marias in den Himmel". Dieses besagt, dass Maria in der Stunde ihres Todes mit Leib und Seele in den Himmel aufgenommen wurde. In der Bibel wird zwar nicht direkt über eine Himmelfahrt Marias berichtet, doch werden einige Schriftstellen als Hinweis darauf gedeutet. In der Offenbarung des Johannes heißt es etwa: "Dann erschien ein großes Zeichen am Himmel: eine Frau, mit der Sonne bekleidet; der Mond war unter ihren Füßen und ein Kranz von zwölf Sternen auf ihrem Haupt." (Offb 12,1).

Legenden zum Fest

Die korrekte Benennung des Feiertags ist eigentlich Fest der "Aufnahme Marias in den Himmel". Damit wird auch eine theologische Unterscheidung zur Himmelfahrt Christi ausgedrückt. An Maria vollzieht sich beispielhaft das, was jedem Getauften nach christlicher Lehre zugesagt wird: die Auferstehung von den Toten mit Leib und Seele.

Der Überlieferung nach stieg der Leichnam der Gottesmutter zum Himmel auf. Andere Legenden berichten, dass die Apostel das Grab Marias öffneten und statt ihres Leichnams darin Blüten und Kräuter fanden. In der katholischen Kirche werden daher seit Jahrhunderten zu Mariä Himmelfahrt Kräuter gesegnet. Dazu werden aus sieben verschiedenen Kräutern, die die sieben Sakramente und die sieben Schmerzen Marias symbolisieren, Sträuße gebunden. Wie die Kräuter Heilung bringen, so bringt auch der Glaube an Christus den Menschen Heil.

Das Fest Mariä Himmelfahrt wurde zunächst in der Ostkirche als Fest der "Dormitio", der "Entschlafung" Marias begangen. Kurz vor dem Konzil von Ephesus (431) legte der oströmische Kaiser Mauritius das Fest auf den 15. August. Vom siebten Jahrhundert an wurde es auch in der Westkirche gefeiert. In Deutschland ist es erstmals für das Jahr 813 bezeugt. In Jerusalem gibt es die berühmte "Dormitio-Abtei" auf dem Berg Zion, wo deutsche Benediktiner leben. Der Tradition nach ist das der Ort, an dem Maria "entschlafen" ist.

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