Tag der Heiligen

Allerheiligen und Allerseelen

In der katholischen Kirche wird am 1. November traditionell an die Heiligen erinnert. Das Allerheiligenfest, das seit Papst Gregor IV. (827-844) alljährlich am 1. November begangen wird, hat seinen Ursprung im Orient.

Helmar Willi Weitzel mit Heiligenschein
Helmar Willi Weitzel mit Heiligenschein Quelle: ZDF

Im Orient kannte man bereits um die Wende zum fünften Jahrhundert einen Märtyrertag, an dem all derer gedacht wurde, die ihren christlichen Glauben vorbildlich gelebt hatten und als Märtyrer starben. Als Papst Bonifatius IV. um das Jahr 610 das römisch-antike Pantheon christianisierte, indem er es der Gottesmutter Maria und allen Heiligen weihte, schuf er zugleich das Fest Allerheiligen am Tag der Kirchweihe. Dies fiel in die Osterzeit.

Im achten und neunten Jahrhundert suchte man in Irland jedoch nach einem neuen Termin: Unter dem Eindruck des einbrechenden Winters wurde die vergehende Natur zum Symbol des Todes, über dem die unvergängliche Welt der Heiligen sichtbar wird. Dieser Traditionsstrang führte schließlich zum Durchbruch des Feiertages in der kalten Jahreszeit zum 1. November.

Keine Halbgötter, sondern Menschen

Der ursprüngliche Termin in österlicher Zeit war jedoch kein Zufall: Denn im Glauben an die Auferstehung verbinden die Heiligen das Diesseits mit dem Jenseits. Bei Ihnen geht man davon aus, dass sie die höchste Vollendung ihres Lebens in Gemeinschaft mit Gott erreicht haben. Dennoch sind Heilige in der Vorstellung der Kirche keine Halbgötter ohne Fehl und Makel, sondern Menschen, die "mit Liebe und Glauben versucht haben, den Willen Gottes zu erfüllen", wie Papst Benedikt in seinem Pontifikalamt zu Allerheiligen 2006 betonte.

Jeder Mensch sei zur Heiligkeit berufen: Es bedürfe dazu keiner außergewöhnlichen Werke, sondern der Bereitschaft, Jesus zu folgen und trotz aller Probleme und Nöte des Lebens den Mut nicht zu verlieren. Heilige wie Martin von Tours oder Elisabeth von Thüringen gelten durch ihre von Liebe gezeichnete Biographie dabei als Vorbilder und bieten für die Gläubigen nachahmenswerte Lebensmodelle.

Erinnerung an Verstorbene

Heute hat sich das Brauchtum des darauffolgenden Festtages Allerseelen auf den Gedenktag der Heiligen verlagert: In Erinnerung an alle Verstorbenen zünden Menschen auf den Friedhöfen Grablichter an, beten für ihre Angehörigen und lassen die Gräber segnen. Während Blumen an die Vergänglichkeit des menschlichen Lebens erinnern, leuchten die Kerzen als Symbol des "ewigen Lichtes". An die Stelle der Trennung beider Feiertagsaspekte ist vielerorts eine Vermischung von Allerheiligen und Allerseelen getreten. Allerheiligen ist in Baden-Württemberg, Bayern, Rheinland-Pfalz, Nordrhein-Westfalen und dem Saarland ein gesetzlicher Feiertag.

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