Europa quo vadis?

Gottesdienst aus Wien

Sechs Nationen finden sich im Konvent der Franziskaner in Wien. Welche Erkenntnisse gewinnen sie aus der Praxis des Zusammenlebens? Wie kann die Friedensbotschaft des Franz von Assisi für das Zusammenleben der Völker in Europa fruchtbar werden? Im katholischen Gottersdienst aus dem Franziskanerkloster in Wien wird die zentrale Frage "Europa quo vadis?" zum Motto.

"Brüder, wählt aus eurer Mitte sieben Männer von gutem Ruf und voll Geist und Weisheit." - "Lasst euch als lebendige Steine zu einem geistigen Haus aufbauen." -  Sätze in den Lesungen am fünften Sonntag der Osterzeit. Sie legen nahe, einen Sonntag vor der EU-Wahl, im Gottesdienst der Frage nach Verantwortung und Aufgabe des Einzelnen in der - auch Länder übergreifenden - Gemeinschaft nachzugehen.

Der Antwortpsalm in mehreren Sprachen, mehrsprachige Fürbitten, die völkerverbindende Kraft der Musik, die Melodie des "Te deum" von Carpentier (Kennmelodie der Europäischen Rundfunkanstalten) als musikalisches Leitmotiv im Gottesdienst - All das soll zum Nachdenken über die christliche Rolle und Verantwortung im gemeinsamen Haus Europa anregen.

Geschichte, Orgel und Wandmalerei

Aussenansicht Franzsikanerkirche St. Hieronymus in Wien
Franziskanerkirche St. Hieronymus

Das Wiener Franziskanerkloster ist eines der Hauptklöster der "Franziskanerprovinz Austria vom Heiligen Leopold in Österreich und Südtirol". 1589 hatte die Stadt Wien dem Franziskanerorden das von 1383 bis 1387 erbaute leerstehende Büßerinnenkloster überlassen - in den Jahren bis 1607 kam es zum Neubau der Kirche, die heute Wiens einziger Sakralbau im Renaissance-Stil ist. Die Gestaltung des Innenraumes wurde erst um 1720 abgeschlossen (der Hochaltar vom italienischen Maler und Architekten Andrea Pozzo, 1707).

Hinter dem Hochaltar im Chor ist die Wöckherl-Orgel positioniert. Sie ist mit ihrem Entstehungsdatum 1642 die älteste noch bespielbare Orgel Wiens, und heute ein wichtiges Element des – auch neben der Gottesdienstgestaltung –  umfangreichen musikalischen Programms in der Franziskanerkirche.

Im Zuge der Chororgelrestaurierung wurden auch der Betchor und der Kulissenaltar restauriert, der nach Plänen von Pater Bonaventura von 1603 bis 1607 entstand. Dabei wurden auch Grisaillemalereien freigelegt. Sie sind für Wien ein bis dato unbekanntes und einmaliges "Dokument frühbarocker Wandmalerei von hoher kunsthistorischer Bedeutung".


Lieder:

GL 481 / GL alt 644 / EG 262:  Sonne der Gerechtigkeit

GL 166 / EG 26:  Ehre sei Gott in der Höhe

GL 651,5 / GL alt 722,1:  Freut euch: Wir sind Gottes Volk

GL 175,2 / GL alt 532,3:  Halleluja

GL 388:   Heilig, heilig, heilig, heilig ist der Herr

GL 204/GL alt 482/EG 190.2: Christe, du Lamm Gottes
GL 252 / GL alt 576: Freu dich, du Himmelskönigin


Vielfältige Aufgaben der Franziskaner

Neben den seelsorgerlichen Aufgaben in der Wiener Innenstadt  sowie drei täglichen Gottesdiensten, täglicher Beicht- und Aussprachegelegenheit und zahlreichen Hochzeiten und Taufen, zählt die Fürsorge für in Not geratene Menschen zu den zentralen franziskanischen Aufgaben: tägliche Jause an der Klosterpforte und freitags Suppenküche. Außerdem haben einige wichtige Einrichtungen der Franziskaner ihren Sitz in Wien: Der Rosenkranz-Sühnekreuzzug (RSK), das Generalkommissariat vom Heiligen Land, die Missionsprokura, das Mediensekretariat der Provinz sowie die Hilfsstelle der Franziskaner für Mittel- und Osteuropa (FMO).

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