Gut, dass es dich gibt

Gottesdienst aus Maria Taferl/Österreich

Aus einem der bedeutendsten Wallfahrtsorte Österreichs kommt heute der Gottesdienst. Im Mittelpunkt der Basilika steht die Marienstatue. Es heißt, im 17. Jahrhundert habe sie ihren Stifter, einen Förster, auf wundersame Weise von einer schweren Krankheit geheilt.

Im Evangelium des vierten Sonntags der Osterzeit nimmt Jesus das Bild des guten Hirten, der sein Leben für seine Herde einsetzt, um sein Wirken in der Welt zu beschreiben. Die musikalische Leitung hat Johann Simon Kreuzpointner.

Wallfahrtsbasilika Maria Taferl, Österreich
Wallfahrtsbasilika Maria Taferl, Österreich Quelle: ORF

Zur Geschichte von Maria Taferl

Der "Taferlberg", im Nibelungengau gelegen, einem dem Ostrong vorgelagerten Hügel, 233 Meter über der Donau und 443 Meter über dem Meeresniveau, hieß früher Auberg. Bis ins 17. Jahrhundert breitete sich hier ein Föhrenwald aus. Darunter stand auch eine an der Stelle des heutigen Hochaltares fast ganz dürre Eiche. An ihr war eine Holztafel mit einem Kreuz befestigt und mit den Darstellungen von Maria und Johannes.

Darum nannte man den Ort auch "beim Taferl". Am Fuße der Eiche befand sich eine roh behauene Granitplatte, vielleicht ein keltischer Opferstein. Dieser ist heute noch neben der Basilika, umrahmt von einem barocken Steingitter, zu sehen. Jedenfalls hatten die Christen hier ein Kreuz angebracht und sie erneuerten es, wenn das alte, der Witterung ausgesetzt, morsch und unansehnlich geworden war.

Ein Ort der Legenden

Der Ursprung der Wallfahrt auf den Taferlberg ist mit Legenden um einen Viehhirten und einen Bürgermeister im 17. Jahrhundert verbunden. Der Viehhirte Thomas Pachmann, ging am 14. Jänner 1633 auf den Berg, um dürre Bäume zu fällen und Brennholz zu gewinnen. Vom Berg herabkommend sieht er eine dürre Eiche, das Kreuz auf der gegenüberliegenden Seite bemerkt er nicht. Er versucht den Baum zu fällen, die Axt gleitet ihm jedoch zweimal ab und er verletzt sich an beiden Beinen. Pachmann lässt sich unter der Eiche nieder und erblickt nun das Kreuz. Nach inständigem Gebet versiegt das Blut und der Hirte kann aus eigener Kraft nach Hause gehen. Alexander Schinagl war Ortsvorsteher beziehungsweise Bürgermeister und Förster in Krummnußbaum bei Marbach. Er litt an Depressionen und Selbstmordgedanken. 1642 war wieder einmal das Kreuz in der Eiche morsch geworden. Schinagl hatte ein Vesperbild der schmerzhaften Muttergottes, eine "Pieta", zuhause auf seinem Hausaltar stehen.

Die Legende erzählt, dass er in einer fast schlaflosen Nacht vermeinte eine Stimme zu hören, die sagte: "Alexander! Nimm das Bild und trage es in die Eiche zum Taferl hinauf!" Schinagl begab sich mit einem Zimmermann, der die schon vorhandene Nische in der Eiche erweiterte, auf den Taferlberg. Er stellte dieses Vesperbild an Stelle des Kreuzes in die Eiche. Schinagls Gesundheitszustand besserte sich ab diesem Zeitpunkt allmählich und nach vier Jahren war er völlig gesund. Von 1658 bis 1661 wurden von verschiedenen Personen insgesamt 30 Licht- und Engelserscheinungen gesehen. Die zuständige Behörde in Passau verhielt sich recht zurückhaltend.

Zeugenbefragung und Grundsteinlegung

Vom 15. bis 17. Dezember 1659 befragte der Passauer Offizial Jodok Höphffner im Schloss Pöchlarn 51 Zeugen zu den Vorgängen auf dem Taferlberg. Ergebnis war schließlich, dass der Glaubensverbreitung nichts im Wege stand und man beschloss, auf dem Berge eine große Wallfahrtskirche zu errichten. Am 25. April 1660 wurde der Grundstein zur Wallfahrtskirche gelegt. Aufgrund der Lage des Bauplatzes musste man von der für eine kath. Kirche üblichen Ost-West-Richtung abgehen. Der Altar wurde gegen Norden und der Haupteingang gegen Süden errichtet. Die Eiche mit dem Gnadenbild wurde in den Bau einbezogen. Pest- und Kriegszeiten (2.Türkenbelagerung von Wien 1683) ließen den Weiterbau der Kirche fast zum Stillstand kommen. Über 60 Jahre arbeiteten die Bauleute an der Kirche. Am 29. Juni 1724 schließlich konnte der Bischof Josef Dominik Graf Lamberg von Passau die feierliche Weihe der Kirche vornehmen.


Lieder:

- GL 474 / EG 288
  Nun jauchzt dem Herren, alle Welt
- GL 476
  Dir Gott im Himmel Preis und Ehr
- GL 491
  Heilig, heilig, heilig, Herr
- GL 482 / EG 190.2
  Christe, du Lamm Gottes
- GL 638 / EG 265
  Nun singe Lob, du Christenheit

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