Aida Daidzic und die Organisation BISER

ML - Frau des Jahres 2002

Die Architektin und Mitbegründerin von BISER, der internationalen Initiative der Frauen von Bosnien-Herzegowina, Aida Daidzic ist die "ML - Frau des Jahres 2002". Die Redaktion ML Mona Lisa zeichnet Aida Daidzic stellvertretend für all die Frauen aus, die sich bis heute um die traumatisierten Frauen in Bosnien-Herzegowina kümmern.

Aida Daidzic hat 1992 zusammen mit ML Mona Lisa die systematischen Massenvergewaltigungen während des Bosnien-Kriegs an die Öffentlichkeit gebracht. Die Begegnungen in den Flüchtlingslagern waren für sie Anlass, die Organisation BISER zu gründen, um den schwer traumatisierten Frauen und Kindern von Bosnien-Herzegowina ihre Selbstachtung und ihre Würde zurückzugeben.

Hilfe zur Selbsthilfe

Am Anfang von BISER stand konkrete Hilfe von Bosnierinnen für Bosnierinnen, ein geschützter Ort, an dem Frauen Ruhe finden, sich austauschen und nach und nach von ihren grauenvollen Erfahrungen berichten konnten. Wer will, für den stehen immer auch Psychologinnen bereit. Drei solche Häuser hat BISER heute: in Tuzla, in Travnik und seit 1999 auch in Sarajevo.

Das Ziel von BISER und Aida Daidzic ist es, den Frauen in Bosnien-Herzegowina, die nach dem Krieg mit ihren Traumata und veränderten Lebensumständen zurechtkommen müssen, Hilfe zur Selbsthilfe anzubieten. Damit erhalten die Frauen die Möglichkeit, auch ohne männliche Unterstützung selbst für sich und ihre Kinder aufkommen zu können.

Prozess gegen Karadzic

Aida Daidzic engagierte sich in den vergangenen zehn Jahren unermüdlich für Fragen der Menschenrechte, humanitärer und fachorientierter Hilfe. Sie setzte sich für die Belange der Opfer des Krieges im ehemaligen Jugoslawien ein, auch durch zahlreiche Aktionen und Vorträge im Plenum der UNO-Menschenrechtskonferenz. Im Jahr 2000 strengte sie zusammen mit dreizehn traumatisierten Frauen einen Prozess gegen Radovan Karadzic in New York an und gewann. Es war der bislang einzige Prozess gegen den ehemaligen Serbenführer, der mit einer Verurteilung endete.

Aida Daidzic kämpft seit zehn Jahren gegen das Vergessen und für die Würde, Achtung und Förderung der Menschen- und Frauenrechte, nicht nur in Bosnien, sondern weltweit. Dafür zeichnet sie die Redaktion ML Mona Lisa aus. Die Redaktion vergibt den Preis "ML-Frau des Jahres bereits zum achten Mal. Die früheren Preisträgerinnen waren Marion Gräfin Dönhoff, Waris Dirie, Sabine Leutheusser-Schnarrenberger, Beate Weber, Heffa Schücking, Ute Leichsenring und die afghanische Organisation RAWA

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