"Prix Courage" für Ursula Nölle

Frau des Jahres 2006

Im Rahmen eines festlichen und stimmungsvollen Abends wurde am 24. April 2007 in München die diesjährige Preisträgerin des "Prix Courage" geehrt. Mit diesem Preis soll die Initiative und das persönliche Engagement von Ursula Nölle, Gründerin und Ehrenvorsitzende des Vereins "Afghanistan-Schulen - Verein zur Unterstützung von Schulen in Afghanistan e.V." gewürdigt werden.

Ursula Nölle bei der Preisverleihung

Seit 24 Jahren kümmert sich die heute 82-jährige Hamburgerin um Frauen und Mädchen in Afghanistan. Durch ihr Hilfsprojekt hat sie bereits 100.000 Kindern einen Schulabschluss ermöglicht. Was 1983 als private Spendensammlung begann, ist heute zu einer großen Initiative geworden, die 40 Schulen in ganz Afghanistan unterstützt.

Bildung für alle

Krieg, Hunger, Vertreibung: Afghanistan ist ein gebeuteltes Land. Immer wieder reiste Ursula Nölle in das erst von den Russen besetzte, dann von den Taliban regierte Land. Unter den Taliban schmuggelte sie unter größter Gefahr Spendengelder für ihre Schulprojekte nach Afghanistan. Ursula Nölle ließ Afghanistan nie im Stich.

So konnte sie dank deutscher Spenden und vieler engagierter Mitarbeiter weiter Schulen bauen. Über 100.000 Mädchen und Jungen besuchten ihre Kindergärten und Schulen, ihre Computerkurse und Nähstunden. Bildung für alle ist ihr Ziel: "Wenn mir Leute gesagt haben, wir würden gerne ein Projekt mit Ihnen machen, aber nur eine Mädchenschule, dann kam bei mir die Antwort: Jungs sind auch Menschen und haben ein Recht auf Bildung."

Eine wahre Mutter Courage

Als "Mutter von Qurghan" wird sie von den Afghanen verehrt. Zur Ehrung der tapferen Deutschen ist die afghanische Botschafterin nach München gekommen. Ursula Nölle habe Gewaltiges für den Wiederaufbau des Landes geleistet, sagt Professor Dr. Maliha Zulfacar, Botschafterin der Islamischen Republik Afghanistan: "Ihre Arbeit hat das Leben Tausender Afghanen verändert und ihre Arbeit wird noch für Generationen in die Geschichte unseres Landes eingehen."

Ursula Nölle sagt, danken müsse sie vor allem ihrem Mann. Der habe sie stets unterstützt. Und Ehre bedeute ihr gar nichts: "Das nehme ich alles gerne an. Aber nicht für mich, sondern für unsere Arbeit. Weil ich immer das Gefühl habe, es hilft uns." Mit den 20.000 Euro Preisgeld kann Ursula Nölle noch viele Schulen bauen in Afghanistan, die 82-Jährige hat noch einiges vor.

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