Katja Riemann hinterm Rampenlicht

Über ihre Angst, ihr Image und das Glücklichsein

Gesellschaft | ML mona lisa - Katja Riemann hinterm Rampenlicht

Seit über 30 Jahren ist Katja Riemann eine feste Größe in Film und Fernsehen. Sie engagiert sich für Frauenrechte, denn durch Taten inspiriere man seine Mitmenschen, sagt sie im ML-Interview.

Beitragslänge:
6 min
Datum:
Verfügbarkeit:
Video verfügbar bis 05.05.2017, 15:34

Wer Katja Riemann begegnet, sollte auf der Hut sein. Auch sie stellt Fragen und will Antworten. Treffen im Delphi-Filmpalast in Berlin. Riemann ist quirlig und interessiert, doch dann auch wieder verschlossene Künstlerin. Sie will vor allem eins: Schauspielern, auf der Bühne und vor der Kamera.

Katja Hannchen Leni Riemann wird 1963 In Kirchweyhe bei Bremen geboren. Alle in ihrer Familie sind Lehrer: Vater, Mutter, die Schwester, der Bruder. Schon mit 12 beginnt das Nesthäkchen zu jobben, denn sie will nur eins: Raus aus Kirchweyhe. In der Schule, so bekennt sie, war sie unsicher, Außenseiterin. In Hamburg studiert sie Tanz, besucht Schauspielschulen in Hannover und München. Mit 21 der erste Fernsehfilm, „Sommer in Lesmona“. Ein Debüt, das ihr gleich den Grimme-Preis beschert.


Vielbeschäftigte Schauspielerin

Es folgen unzählige Filmerfolge, von „Der bewegte Mann“ bis „Fack ju Göhte“, kaum eine Schauspielerin ist so gut im Geschäft wie die Riemann und keine hat so viele Preise, auch als Sängerin, eingeheimst wie sie. Und doch, so sagt Riemann, sei sie ein Mensch mit vielen Ängsten. Wenn Menschen, die sie nicht kennen, Negatives über sie sagen, schmerzt sie das. Zugegeben, so ganz unkompliziert ist die Riemann nicht. Sie provoziert und polarisiert. Sternzeichen Skorpion eben. Sind die angriffslustig, kennen sie keine Gnade. Andererseits gelten sie als äußerst mitfühlend und treu.


In ihrem neusten Film „Mängelexemplar“, der am 12. Mai in die deutschen Kinos kommt, spielt Katja Riemann eine Mutter, die ihre Krankheit Depression an ihre Tochter weitergegeben hat. Ein Film voller Verzweiflung, Wut, aber auch Liebe.. Auch im wahren Leben ist die 52-jährige Mutter einer Tochter. Paula war ein Wunschkind. Ihr Vater, der Schauspieler Peter Sattmann, war acht Jahre lang Katjas Lebensgefährte, sie wollte heiraten, er nicht. Heute ist Katja neu liiert und ihre Tochter studiert in England. Mutter und Tochter sind sich sehr nahe. Es sei schade, dass man so lange brauche, um zu begreifen wie das Leben eigentlich so laufe, sagt Katja Riemann. Mit ihr jedenfalls hat es das Leben verdammt gut gemeint: „Ich hatte das Glück, Filme zu machen, die mir etwas bedeuten. Ich habe mich nicht korrumpieren lassen , weil ich diesen Film jetzt machen muss fürs Geld . Sondern die Dinge, die ich gemacht habe, die wollte ich auch immer machen . Das waren eigentlich immer ganz gute Sachen.“ Katja Riemann, ein intensiver Mensch, aber definitiv einer, mit dem man gerne immer weiter reden würde.

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