60+ und kein Zipperlein

Wie altert man richtig?

Für jüngere Menschen ist der Blick aufs Alter häufig von Sorgen um die finanzielle Situation geprägt oder er wird bestimmt durch Klischees: Alt werden hat mit Krankheit und Niedergang zu tun, mit Arztbesuchen und endlos langen Fernseh-Tagen auf maximaler Lautstärke. Und dann kommt für viele der Tag, an dem der Beruf an den Nagel gehängt wird, das Rentenalter beginnt - und sie sind weder arm noch bettlägrig oder schwerhörig, sondern fitte Alte.

Hand einer alten Frau
Hand einer alten Frau Quelle: imago

Natürlich gibt es auch heute schon Altersarmut, aber viele Rentner und Pensionäre haben auch abbezahlte Häuser, ein gutes finanzielles Polster und viel Zeit, sorglos den Lebensabend zu genießen. Aber wie geht das? Kann man etwas richtig oder falsch machen?

Ruhe- oder Unruhestand?


Manche Rentner reden von ihrem "Unruhestand". Wenn sich zwei von ihrer Sorte treffen, dann winken sie sich nur kurz zu und rufen "Keine Zeit, keine Zeit!". Ihre Tage sind durchgetaktet wie es das Berufsleben war. Sie engagieren sich ehrenamtlich in Vereinen und Projekten, treiben Sport, führen einen Terminkalender und stellen sich morgens einen Wecker. Und sie sind die von den Medien so genannten "Wutbürger", die die Zeit haben, ihrem Ärger über die Politik auf Demos (wie beispielsweise gegen Stuttgart 21) Luft zu machen.

Andere genießen es, sich von niemandem den Takt vorgeben zu lassen. Sie stehen auf, wenn sie wach geworden sind, essen, wenn sie Hunger haben - und wenn sie spät nachts noch einen Film sehen wollen, dann tun sie das einfach. Sie lesen die Bücher, für die sie als Berufstätige keine Zeit hatten, pflegen Kontakte und pfeiffen auf Struktur in ihrem Alltag. Und wenn spontan die Enkel klingeln, dann haben sie Zeit für sie.

Die Gäste

Die Kabarettistin Lisa Fitz ist berühmt für ihren Witz, steht seit Jahrzehnten auf der Bühne und vor verschiedensten Fernsehkameras. Gerade ist ihre Autobiografie "Der lange Weg zum Ungehorsam" erschienen. Darin erzählt sie vom Glück einer bayerischen Kindheit, der ersten großen Liebe und von ihren Anfängen als Sängerin und Kabarettistin. Das Buch der gerade 60-jährigen wird nebenbei zu einem Stück Zeitgeschichte als Frau in Deutschland.

Dem Motto der Peter Hahne-Sendung "Cabrio oder Schaukelstuhl?" folgend lässt sich sagen, dass sie zumindest vor 10 Jahren ein schickes Cabrio fuhr. Ob das heute noch so ist - vielleicht verrät sie es ja.

Ob Sven Kuntze, der jahrelang Fernsehmoderator war, einen Schaukelstuhl besitzt? Jedenfalls stand er, als er 2007 die ARD verließ, vor einer großen Herausforderung: Die Arbeit war plötzlich nicht mehr da. Ein Loch entstand, das viele Rentner kennen: Was und wer wird sie brauchen und ihnen innere Befriedigung geben?


In seinem Buch "Altern wie ein Gentleman" analysiert Kuntze die Phase des dritten Lebensabschnitts. Dafür blickt er zurück auf sein eigenes Leben, beleuchtet den Umgang mit Zeit verschiedener Generationen und entwirft Zukunftsmodelle für eine immer älter werdende Gesellschaft. Er geht ungeschönt mit seiner Generation ins Gericht und setzt sich außerdem mit Themen, wie Religion, Freitod und Einsamkeit auseinander.

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