Bequeme Helferlein?

Mein Auto braucht 'ne Firewall

Geht es Ihnen auch so wie mir, dass Sie sich über all die Helfer und Assistenten freuen, die Sie inzwischen im Auto vorfinden? Wenn man sich erst einmal mit ihnen vertraut gemacht hat - sprich: nach einem mehrtägigen Studium des elektronischen Multifunktionssystems - wenn man sich also mit ihnen vertraut gemacht hat, mag man sie auch fast schon nicht mehr missen.

Es ist einfach zu bequem, sich von einem Navigationsgerät zum fremden Ziel führen zu lassen. Das Einparken ist komfortabel, Tempolimits einzuhalten mit dem Tempomat ein Kinderspiel. Aber wehe, wenn man auf ein anderes Auto umsteigen muss, von Freund oder Ehefrau oder gar einen Mietwagen.


Dann ist alles wieder anders und der Lernprozess geht von vorne los oder man beschränkt sich wieder auf Autofahren wie vor 20 Jahren. Am allerschlimmsten aber ist es, wenn man beim Einparken auf das Piepsen wartet und stattdessen ertönt das Geräusch von knirschendem Blech, weil es gar keinen Parkassistenten im gerade ausgeliehenen Wagen gibt.

Wenn der Freund zum Feind wird

Immer schneller hält die Elektronik Einzug ins Auto: Abstandswarner, verbunden mit automatischen Bremsassistenten, Stauwarnungen, die von vorausfahrenden Autos an die nachfolgenden gesandt werden, so dass Auffahrunfälle vermieden werden können. Unser Auto, wenn es mit dem Internet verbunden ist, kommuniziert schon heute teilweise mehr als wir wissen. Das alles soll das Fahren sicherer machen und gerade Menschen die Mobilität erhalten, die altersbedingt weniger gut sehen, hören und reagieren. Ein Aspekt unserer Sendung vom kommenden Sonntag übrigens.


Aber gerade die Elektronik macht uns angreifbar. Schon eine CD oder ein Datenstick mit Musik oder ein angeschlossener Player mit einer verseuchten Datei könnte reichen, die Elektronik lahmzulegen. Darauf haben Forscher vom amerikanischen "Center for Automotive Embedded Systems Security" hingewiesen. Man mag sich gar nicht ausmalen, welch Unfug einem Hacker zur Manipulation des Autos einfallen könnte. Dass nichts mehr geht, wäre dabei noch die angenehmste Vorstellung. Eine plötzliche Vollbremsung mit Totalcrash durch ein fehlgeleitetes System schon eine sehr viel unangenehmere. Und dass die amerikanischen Forscher den Finger auf die Wunde legen und zeigen, dass Systeme in vielen Autos wenig geschützt sind, zeigt nur, dass auf diesem Feld noch viel zu tun ist.

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