Brauchen wir die Bushido-Partei?

Der Rapper und die CDU

Zunächst sorgt der Musiker für Aufsehen durch seine Ankündigung, eine eigene Partei zu gründen und Regierender Bürgermeister von Berlin werden zu wollen und dann absolviert er auch noch ein Praktikum bei einem CDU-Bundestagsabgeordneten. Über Sinn und Zweck dieses Polit-Schnupperkurses berichten der "Hospitant" Bushido und sein einwöchiger "Ausbilder" Christian Freiherr von Stetten.

Bushido
Bushido Quelle: imago

Für Schlagzeilen war der 1978 in Bonn als Anis Mohamed Youssef Ferchichi geborene Rapper schon immer gut. Mal wurde er zu einer hohen Geldstrafe in Österreich wegen einer Schlägerei verurteilt, mal provozierte er die Öffentlichkeit mit frauen- und schwulenfeindlichen Sprüchen und Liedtexten. Trotzdem – oder gerade deswegen? – gehört er zu den erfolgreichsten deutschen Musikern.

Seine Karriere startete er als 22-Jähriger in Berlin zunächst mit anderen Hip-Hoppern, um aber bereits im gleichen Jahr sein erstes Soloprojekt zu veröffentlichen. Er traf immer wieder auch andere Künstler im Studio und auf der Bühne und war so erfolgreich, dass er bereits 2005 seine erste bedeutende Auszeichnung entgegennehmen konnte: den JUICE-Award  des gleichnamigen, europaweit größten Hip-Hop-Magazins. Seit dieser Zeit ist kein Jahr vergangen, in dem er nicht einen Preis für seine Musik, ein Video oder eine Goldene Schallplatte erhalten hat.

Immer für eine Überraschung gut

Bushido (li.), Peter Hahne, Christian von Stetten
Bushido (li.), Peter Hahne und Christian von Stetten nach der Sendung

Seine 2008 erschienene Autobiografie wurde zum Bestseller. Die Verfilmung, in der Bushido unter der Regie von Uli Edel und produziert von Bernd Eichinger sich selbst spielte, floppte allerdings. Erfolgreicher erweist sich der Musiker seit 2008 als Geschäftsmann: Seine mit einem Partner geführte Immobilienfirma erwirtschaftete innerhalb kürzester Zeit einen außergewöhnlichen Gewinn.

Sein neuester Coup ist die Ankündigung, Politiker werden zu wollen. Bleibt allerdings die Frage, ob es sich hierbei nur um einen Marketing-Gag handelt oder ob echtes, gesellschaftlich-politisches Interesse dahinter steckt. Vielleicht hat sich ja der als Frauenverächter und Schwulenhasser angefeindete Rapper tatsächlich gewandelt, wofür die Anfang des Jahres bekannt gewordene Meldung sprechen könnte, dass Bushido geheiratet hat und demnächst Vater wird.

Kontakt zur Jugend

Christian von Stetten
Christian von Stetten Quelle: imago

Christian Freiherr von Stetten wurde 1970 in Stuttgart geboren. Nach Abitur und Wehrdienst studierte er in Mannheim, Heilbronn und den USA Betriebswirtschaftslehre mit dem Abschluss Diplom-Betriebswirt (FH). Noch während des Studiums gründet er 1996 sein erstes Unternehmen in Künzelsau. Mit der Wahl in den Bundestag beendete er seine aktive Tätigkeit in diesem Unternehmen und arbeitet für dieses wie auch einige andere nur noch "ehrenamtlich".

Mit 16 trat von Stetten in die Junge Union ein und schon zwei Jahre später in die CDU. Nach Erfolgen auf kommunaler und Landesebene gewann er 2002 zum ersten Mal das Direktmandat für den Bundestag in seinem Wahlkreis Schwäbisch-Hall/Hohenlohe und hat es seitdem immer verteidigt. Er gehört dem Vorstand sowie der Mittelstandsvereinigung und der Finanzkommission der CDU/CSU-Fraktion an.

Zu dem Aufsehen erregenden Praktikum des Rappers in seinem Berliner Abgeordneten-Büro erklärte er in einem Stern.de-Interview, dass er Bushido über einen gemeinsamen Bekannten kennen gelernt habe und er sich nicht an dessen Texten stören würde, er sei eben Rapper, die gerne mal provozieren. Für ihn sei das eine Form, den Kontakt zu jungen Wählern zu pflegen und außerdem habe er durch Bushido Einblicke in die Rapper- und Jugendbewegung bekommen, die er vorher so nicht hatte. Darüber hinaus habe er Bushido in dieser gemeinsamen Woche als durchaus intelligent wahrgenommen.

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