Energie - bald unbezahlbar?

Jetzt ist die Politik gefragt

Geht es Ihnen auch so wie mir, dass Sie sich aufregen über die galoppierenden Energiepreise? Allmählich merken wir es an allen Ecken und Enden und vor allem: am Geldbeutel. Nicht nur der Blick auf die Anzeigetafeln der Tankstellen wird allmorgendlich zum Alptraum, das gleiche gilt für die Stromrechnung und die Gaspreise.

Stromrechnung
Stromrechnung Quelle: imago

Dabei fallen die Erhöhungen dramatisch aus und die Entwicklung über die Jahre macht deutlich, wie schnell der Griff in unsere Taschen immer tiefer wurde. Rund zehn Cent mehr für den Liter Super seit Jahresbeginn, in der Zehnjahresbetrachtung fünfzig Prozent mehr, 2001 bekamen wir den Liter Super noch für rund einen Euro! Eine Tankfüllung für 100 Euro heutzutage, das tut auch dem Besserverdienenden weh. Von den Pendlern, die auf Mobilität angewiesen sind, gar nicht zu reden.

Mann betankt sein Auto
Mann betankt sein Auto Quelle: dpa

Dazu kommt das "Geschenk" der Energiewende: Fast alle Versorger kündigen satte Steigerungen für 2012 mit der Abrechnung für das vergangene Jahr an. Zehn bis zwanzig Prozent sind da mitunter schon drin. Anbieterwechsel chancenlos, fast alle verhalten sich so. Im Begleitschreiben wird sinngemäß in Varianten dem Verbraucher erklärt, er habe ja die Energiewende gewollt, nun solle er sie auch bezahlen. Ausgenommen Großindustrie, denn die kann an den gestiegenen Kosten nicht beteiligt werden, sonst könnte ja der Standort gefährdet sein.

Lohnhöhungen reichen nicht

Es mag übertrieben sein, Energiekosten als den Brotpreis des 21. Jahrhunderts zu bezeichnen. Fakt ist: Im Budgetrahmen eines ganz durchschnittlichen normalen Haushaltseinkommens nehmen die Energiekosten einen größer und größer werdenden Anteil ein. Auch wenn die statistischen Warenkörbe etwas anderes sagen: Die gefühlten Preissteigerungen für Energie der letzten Zeit lassen für viele Menschen eine Gehaltserhöhung selbst von 6,5 Prozent als zu gering erscheinen, um die gestiegenen Kosten aufzufangen.

Frank Bsirske in Postdam
Tarifverhandlungen: Frank Bsirske in Postdam Quelle: dpa

6,5 Prozent - das ist die Lohnsteigerung, die ver.di gerade in der aktuellen Tarifauseinandersetzung fordert. Und nach der Logik der Tarifverhandlungsrituale wird der Abschluss erfahrungsgemäß deutlich darunter liegen. Gerecht ist das nicht. Und die Frage bleibt, wie lange sich die Menschen die schleichende Entwertung ihrer Einkommen noch gefallen lassen. Die Politik muss handeln bei Strom und Benzin.

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