Es reicht!

So würde ich auch gern mal losschimpfen, wenn ich daran denke, wie milde U-Bahn-Schläger von der Justiz behandelt werden. Am Osterwochenende wurde nachts mitten in Berlin ein 29-Jähriger brutalst zusammengetreten. Der Täter stellte sich einen Tag später: Haftbefehl wegen versuchten Totschlags, der Richter ordnet Haftverschonung an.

Immer das gleiche Blabla

Wer die Bilder der Überwachungskamera sieht, dem müssen Zweifel kommen, ob das nur ein Totschlagsversuch war. So sehen das auch die Angehörigen des Opfers, die nun mit Hilfe eines Anwalts versuchen, eine Anklage wegen Mordversuchs zu erreichen - und damit eine härtere mögliche Strafe. Man kann sicher gute Gründe für die Haftverschonung finden - der Täter ist geständig, zeigt Reue, wohnt bei den Eltern, geht regelmäßig zur Schule, ist nicht vorbelastet.

Aber ich ertrage es einfach nicht mehr, wenn ich als "Entschuldigung" höre, der Täter sei betrunken gewesen, habe Frust gehabt, blablabla. Wer fragt nach den Opfern, die möglicherweise ein Leben lang unter den Folgen einer solchen Tat leiden? Im konkreten Fall verhinderte das mutige Eingreifen eines Passanten Schlimmeres - mit dem Risiko des Helfers, selbst gesundheitlichen Schaden zu nehmen. Vielleicht muss sich der Täter am Ende bei ihm bedanken, dass die Strafe nicht höher ausfällt, weil es nur deshalb nicht zum Äußersten kam. Milde ist dennoch fehl am Platz, wenn es um Gewalttaten diesen Ausmaßes geht.

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