Für immer verloren?

Der Kampf gegen Alzheimer

Marianne Hartl und Andreas Kruse sprechen mit Peter Hahne über das Thema "Alzheimer". Die bekannte Volksmusikantin hat lange Zeit ihre demente Mutter gepflegt, und der Universitätsprofessor gehört zu den führenden Alters- und Demenzforschern in Deutschland.

Rudi Assauer Alzheimer
Rudi Assauer Alzheimer Quelle: dpa


Die Nachricht schlug hohe Wellen: Der frühere Zampano der Bundesliga und geschasste Manager des Fußballvereins Schalke 04 Rudi Assauer leidet unter Alzheimer! Die Gelsenkirchener Kultfigur entschließt sich nach der Diagnose, offen mit dem Thema umzugehen, möchte - so lange es geht - selbst bestimmen, was und wann die Öffentlichkeit über seinen Zustand erfährt.


Assauers Geschichte lässt bei Vielen tief sitzende Ängste aufkommen. Kann es auch mich treffen? Woran erkenne ich die Krankheit und ist sie zu heilen? Ich möchte nicht hilflos und elend meine letzten Jahre verbringen! Andererseits denken Manche auch daran, was passiert, wenn es ihren Partner trifft. Kann ich sie oder ihn wirklich 24 Stunden am Tag pflegen? Oder doch ins Heim "abschieben"? Wie gehe ich damit um, wenn ein früher friedvoller Mensch plötzlich aggressiv wird oder derjenige, mit dem ich vor einem Jahr noch über Schopenhauer diskutiert habe, heute von mir gefüttert und gewindelt werden muss?

Die Gäste:


Marianne Hartl wurde 1953 in München geboren. Mit ihrem Mann Michael, den sie 1979 heiratete, bildet sie seit fast 40 Jahren das bekannte Volksmusikduo Marianne und Michael. Das Paar veröffentlichte zahlreiche Schallplatten und wurde bundesweit bekannt als Moderatorenteam von Fernsehshows. So präsentierten sie beispielsweise im ZDF "Die Superhitparade der Volksmusik" und "Weihnachten mit Marianne und Michael".


Im Jahr 2007 pflegte Marianne Hartl zuhause ihren an einer seltenen Form der Parkinsonschen Krankheit leidenden Vater bis zu dessen Tod. Diese Pflege und das qualvolle Ende ihres Vaters haben nicht nur ihr zugesetzt, auch ihre Mutter hat es so sehr mitgenommen, dass sie unter anderem an Altersdemenz erkrankte. Auch ihre häusliche Pflege übernahmen Marianne und ihre Familie, sofern es der Tourneeplan erlaubte. Vom dann doch unerwarteten Tod ihrer Mutter erfuhr sie im Mai 2010 während eines Konzerts auf der Bühne.


Professor Andreas Kruse wurde 1955 in Aachen geboren. Nach dem Studium der Psychologie, Philosophie und Musik folgte 1986 die Promotion in Psychologie und 1991 die Habilitation im gleichen Fach. Während seines Studiums arbeitete er als Wissenschaftlicher Mitarbeiter an den Unis in Bonn und Heidelberg in den Fachbereichen Psychologie beziehungsweise Gerontologie. Von 1991 bis 1993 hatte er einen Lehrstuhl in Greifswald inne und seit 1997 ist er Ordinarius des Instituts für Gerontologie der Universität Heidelberg.


Kruse ist für seine Studien mehrfach ausgezeichnet worden und war Mitglied in zahlreichen Kommissionen, die sich mit dem Thema "Alter" beschäftigten. Seine Arbeits- und Forschungsschwerpunkte an der Uni Heidelberg liegen in den Themen "alte Menschen in der Gesellschaft", "Pflege bei Demenz" und "Betreuung von Angehörigen Demenzkranker". Andreas Kruse ist verheiratet, Vater zweier Kinder und zweifacher Großvater.

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