Grenzenlose Hirnforschung?

Big Brother im Kopf

Geht es Ihnen auch so wie mir, dass Sie erstaunt sind, wozu Wissenschaft heute schon teilweise in der Lage ist? Manches hört sich so unglaublich an, dass wir geneigt sind, an das neueste Werk eines Science-Fiction-Autors zu glauben. Und vieles ist vielleicht auch tatsächlich noch Zukunftsmusik, aber man kann bereits ahnen, wohin die Reise gehen wird.

Elektroenzephalogramm (EEG) wird erstellt
Eletroenzephalogramm (EEG) wird erstellt Quelle: ZDF

Die spannendsten Ergebnisse werden derzeit im Bereich der Hirnforschung erzielt. So genannte bildgebende Verfahren, zum Beispiel Magnetresonanztomographen, messen die Hirnaktivitäten. Wissend, was in welchen Teilen des Gehirns verarbeitet wird, können die Forscher sagen, was ein so beobachteter Mensch "denkt".

Lose your dreams

Schlafende Frau Quelle: mev


Forscher des Max-Planck-Instituts für Psychiatrie in München und dem für Neurowissenschaften in Leipzig sowie der Berliner Charité haben nun mit diesem Verfahren Zusammenhänge zwischen Träumen und Hirnaktivitäten ziemlich genau nachweisen können. Ihr Forschungsergebnis lässt den Schluss zu, dass zwischen Realität und Geträumten größere Zusammenhänge bestehen als bisher angenommen. Es sind dieselben Hirnareale, die aktiv sind, egal, ob eine Bewegung im Traum nur imaginiert wird oder ob sie tatsächlich ausgeführt wird. Umgekehrt kann man also aus der Aktivität einer Hirnregion während des Schlafs auf den Traum rückschließen.

Wohin die Reise gehen könnte, ist klar: Immer feiner könnten die Methoden werden, immer genauer die Prognosen, was ein so beobachtetes Gehirn tatsächlich denkt. Wollen wir das? "Lose your dreams and you will lose your mind" heißt es in dem Song "Ruby Tuesday" von den Rolling Stones. Da ist was dran. Und doch scheint der Geist aus der Flasche entwichen zu sein. Die Firma Emotiv bietet unter dem Namen "epoc" eine "Hirn-Computer-Schnittstelle" für den Endverbraucher an. 16 Elektroden messen die Hirnströme. Damit können dann Spiele gesteuert werden. Aber ähnlich wie Sprache sich als komplexes Muster darstellen lässt, das - entsprechende Rechnerkapazität vorausgesetzt - sich von Computern erkennen und in Schrift übersetzen lässt, könnte dieses Programm eines Tages auch aus den Mustern von Hirnaktivitäten die Gedanken lesen... Keine schöne Vorstellung.

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