Gutes tun und darüber reden

Spenden für eine bessere Welt?

Trotz aller Unkenrufe lässt die Bereitschaft der Deutschen nicht nach, sich ehrenamtlich zu engagieren oder mit Spenden notleidenden Menschen auf der ganzen Welt zu helfen. Bei „Peter Hahne“ erzählen die Ordensschwester Teresa Zukic und die Schauspielerin Wolke Hegenbarth von ihrem persönlichen Einsatz und davon, wie leicht es ist, anderen Menschen beizustehen.

Sammelbüchse für Spenden für Afrika
Hochsaison für Spendensammler Quelle: imago

Adventszeit: Zeit der Besinnung, Zeit der Vorfreude auf Weihnachten – und Zeit der Spendensammler. Zu keiner anderen Jahreszeit klingelt es lauter in den Sammelbüchsen als jetzt. Es ist die Hochsaison für karitative Verbände aller Couleur, und folgerichtig hat die UN in diese Zeit auch den Internationalen Tag des Ehrenamtes gelegt. Besonders kirchliche Institutionen erinnern jetzt an die christliche Nächstenliebe, durch die die eher spärlich fließenden staatlichen „Entwicklungshilfen“ aufgestockt werden sollen.

Kontraproduktive Spenden

Diese frommen Gaben helfen jedoch nicht nur armen Menschen. Laut Erkenntnissen aus der Hirnforschung haben sie auch für die Spender einen positiven Nebeneffekt: Sie sind zufriedener als Geizkragen, da ihr Körper während der guten Tat vermehrt Glückshormone freisetzt – ähnlich wie beim Genuss einer Tafel Schokolade oder gutem Sex.

Also: Spendet, und alle werden glücklich? Leider nein, denn selbst Wissenschaftler aus der „3. Welt“ kritisieren staatliche wie private Hilfsleistungen. Wurde die „Entwicklungshilfe“ schon vor Jahren als Mittel der Systemauseinandersetzungen im Kalten Krieg gebrandmarkt, geraten nun auch Hilfsangebote von Nicht-Regierungs-Organisationen in die Kritik. Ihnen werden zwar keine politischen Hintergedanken unterstellt, trotzdem förderten auch sie beispielsweise die Korruption in den Nehmerländern und behinderten die Entwicklung einer funktionierenden Infrastruktur.

Verantwortung des Nordens

Ebenso wird mittels Entwicklungshilfe und privater Spenden verschleiert, welche Verantwortung der reiche Norden für die Notlage in den unterentwickelten Ländern trägt. Während Trawler-Verbände aus Europa und Amerika die Fischgründe vor den Küsten Afrikas plündern und damit der einheimischen Bevölkerung die Existenzgrundlage entziehen, verteilt „Brot für die Welt“ Nahrungsspenden an die arbeitslos gewordenen afrikanischen Fischer. Während Agrarmultis billiges Getreide nach Afrika liefern, können die Bauern vor Ort ihre Erzeugnisse nicht mehr absetzen, da sie nicht mehr wettbewerbsfähig sind. Und schließlich: Während Mitarbeiterinnen von Hilfsorganisationen sich in Flüchtlingscamps liebevoll um verwaiste Kindern kümmern, fragt niemand, woher die Waffen stammen, mit denen ihre Eltern ermordet worden sind und von welchem Geld sie bezahlt wurden.

Gäste der Sendung

Schwester Teresa Zukic
Schwester Teresa Zukic Quelle: imago

Teresa Zukic wurde 1964 in Slavonski Brod, in der jugoslawischen Teilrepublik Kroatien, geboren. Aufgewachsen ist sie im baden-württembergischen Weinheim an der Bergstraße, wo sie auch bis zum Realschulabschluss zur Schule ging. Als talentierte Leistungssportlerin wechselte sie anschließend in das Sportinternat in Bad Sooden-Allendorf, wo sie das Abitur bestand. Nach einem Sozialen Jahr trat sie 1985 als Schwester dem Orden der Vinzentinerinnen in Fulda bei. In dieser Zeit studierte sie auch Religionspädagogik und arbeitete als Gemeindeassistentin. 1994 gründete Schwester Teresa die „Kleine Kommunität der Geschwister Jesu Pfingstfest“. Bis 2011 betätigte sie sich als Gemeindereferentin, Komponistin von Musicals und Buchautorin. Nach einem Sabbatjahr 2011 mit zahlreichen Vorträgen arbeitet sie nun wieder als Autorin, Referentin und Rednerin.

Wolke Hegenbarth
Wolke Hegenbarth Quelle: imago

Wolke Hegenbarth wurde 1980 in Meerbusch geboren. Bereits als Vierjährige nahm sie ersten Ballettunterricht, und mit 15 startete sie ihre TV-Karriere in der Serie „Die Camper“. Nach dem Abitur 1999 erhielt sie 2004 den deutschen Comedypreis und trat 2006 in der RTL-Tanzshow „Let‘s dance“ auf. Wolke Hegenbarth engagiert sich stark im sozialen Bereich. So unterstützt sie das Kinderhilfswerk „Plan International“ und die Organisation „World Vision“, außerdem ist sie ehrenamtliche Mitarbeiterin der „Deutschen Knochenmarksspenderdatei“. Am 7. Dezember wird sie im ZDF an der Spenden-Gala „Ein Herz für Kinder“ teilnehmen und kommenden Januar zum zweiten Mal unentgeltlich für einen Monat auf dem Hospitalschiff „Africa Mercy“ aushelfen.

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