Hätten Sie's gewusst?

Die Bedeutung der (fast) verschwundenen Wörter

In der Vorschau auf Peter Hahnes Sendung vom 6. November hatten wir einige Wörter aufgezählt, die vielen, insbesondere jüngeren Deutschen nicht mehr geläufig sein dürften. Lesen Sie hier, was sie bedeuten oder bedeutet haben.


Fege:

Mit einer Fege, auch: Korn-Fege, wurde früher die Spreu vom Weizen getrennt, also das Getreide gereinigt. Die einfachste Methode bestand darin, das ungereinigte Korn in eine geflochtene Schale zu geben und auf dem Hof in die Luft zu werfen. Hierbei wehte der Wind die Spreu vom Korb weg und das schwerere Getreide fiel zurück in das Behältnis. Später wurden in größeren Betrieben auch "Wind-Fegen" eingesetzt, bei denen die Knechte den Wind in einer Art Maschine per Kurbel selbst erzeugten.


Klafter:



Klafter ist ein altes Längenmaß, das über den Abstand der Hände eines erwachsenen Mannes bei ausgestreckten Armen definiert wurde. So wie die Größe von Männern nicht einheitlich war, war auch ein Klafter in unterschiedlichen Regionen unterschiedlich lang: Sie reichte von 1,70 Meter bis zu 2,91 Meter, wobei die letzte Zahl wohl die Spannweite eines Riesen beschrieb. Gebräuchlich war Klafter auch als Raummaß für Schichtholz.


Köhler:



Köhler waren für die Produktion von Holzkohle zuständig. Sie stapelten Holzscheite pyramidenförmig auf, legten in dessen Mitte einen Feuerschacht an und deckten diesen Meiler luftdicht mit Erde und Gras ab. Unter ständiger Aufsicht des Köhlers war nach etwa einer Woche dann die Holzkohle fertig. Durch die zunehmende Förderung von Steinkohle verlor ab dem 18. Jahrhundert der Beruf rapide an Bedeutung.


Magisches Auge:

Magische Augen fanden sich bis in die 1970er Jahre hauptsächlich in Radiogeräten aber auch Fernsehapparaten. Diese spezielle Elektronenröhre zeigte die Stärke des ankommenden Sendesignals an. Es gab sie in kreisrunder Form (daher "Auge") aber auch als Halbkreis oder Balken.


Mittelläufer:

Mittelläufer war eine Spielerposition in Fußballmannschaften. Mit den "Außenläufern" bildete er die Mittelfeldreihe. Ab den 1950er Jahren entwickelte sich aus dieser Position der "Stopper" als Sonderbewacher des gegnerischen Mittelstürmers und aus diesem wiederum der "Vorstopper". Traditionell trug dieser die Rückennummer 5, die später vom Libero übernommen wurde.


Schiffchen:

Schiffchen waren Bestandteile von Handwebstühlen. Mit ihnen wurde das Garn durch die "Kettfäden" geschossen und so das Tuch gewebt. Mit der Entwicklung von "Schützenwebstühlen" wurde aus dem Schiffchen der "Schütze". Ab dem frühen 19. Jahrhundert wurden mechanische Webstühle entwickelt, womit das Ende der Handwebmaschinen eingeläutet war. Literarisch verewigt wurde das Schiffchen in Heinrich Heines Gedicht "Die schlesischen Weber".


Hagestolz:

Als Hagestolz wurde früher ein älterer Junggeselle bezeichnet. Das Wortteil "Hag" entspricht wahrscheinlich der heutigen "Hecke" und "stolz" lässt sich wohl auf das mittelhochdeutsche Wort für "stellen" beziehen. Der Hagestolz ist, nach Vermutungen von Sprachwissenschaftlern, das Ergebnis der früher in weiten Teilen Deutschlands herrschenden Erbfolge, nach der der Erstgeborene den ganzen Hof erhält, seine jüngeren Brüder jedoch sich mit einem kleinen Eckchen, von einer Hecke umgrenzten Stück Land zufrieden geben mussten. Da hier kaum profitable Landwirtschaft betrieben werden konnte, blieben diese Nachgeboren oftmals ledig und wurden zu Hagestolzen.

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