Hashtag, Häme, Hass

Machtlos gegen grenzenloses Mobbing?

Mobbing ist kein Modewort! Und es ist auch nicht schick oder eine Lapalie. Mobbing ist Psychoterror, der nicht nur am Arbeitsplatz sondern überall stattfinden kann. Gerade im Umfeld der Griechenlanddebatte wurde auch Angela Merkel und Wolfgang Schäuble Opfer übler Attaken, die unter die Gürtellinie gingen und mit sachlicher Kritik nichts mehr zu tun hatten. Aber auch immer mehr dieser Fälle agressiven Verhaltens werden in Schulen bekannt, bei denen sich junge Menschen gegenseitig schikanieren, quälen und seelisch verletzen. Und dies geschieht nicht zuletzt über das Internet und seine sozialen Plattformen wie Twitter oder Facebook, auf denen die Jugendlichen so "herrlich anonym" unterwegs sein können. Wie kann dieser Trend eingedämmt werden, was können Betroffene tun? Sind wir machtlos gegen dieses grenzenose Mobbing?

Natürlich könnten verschieden Straftaten wie Nötigung (§ 240 StGB), Beleidigung (§ 185 StBG), Verleumdung (§ 187 StGB) oder Beleidigung trotz Wahrheitsbeweis (§ 192 StGB) geahndet werden, wenn sie der Person nachgewiesen werden können, die Mobbing betreibt. Aber oft passiert vieles anonym im Schutz des Internets. Betroffene sind oft überfordert, die Quelle und damit die Täter ausfindig zu machen, die für diese Angriffe verantwortlich sind. Betroffen sind Jungen wie Mädchen, in der Mehrzahl zwischen dem zwölften und sechszehnten Lebensjahr, also genau in der Pubertät. "Cybermobbing" nennt sich diese neue Form der Gewalt, die aus dem Internet kommt, in dem vor allem Kinder und Jugendliche häufig unterwegs sind. Doch sind sie wirklich machtlos? Wie können sich junge Menschen davor schützen? Dies und diskutiert Peter Hahne mit seinen Gästen Sascha Lobo und Prof. Franz-Josef Groebel.

Sascha Lobo 2014 am Rednerpult der Re: Publica
Sascha Lobo Quelle: imago

Sascha Lobo wurde 1975 in Berlin geboren. Er wurde als Blogger bekannt und auch ausgezeichnet: 2006 erhielt er für seinen Blog „Riesenmaschine“ den Grimme Online Award (ein undotierter Preis, der sich aufgrund der Namensgebung auch dem Verdacht der unangebrachten Anglizismen ausgesetzt sieht). Neben seinen Internet-Aktivitäten arbeitet Lobo für unterschiedliche Werbeagenturen als Art Director und Werbetexter. Heftig kritisiert wurde er von der „Net-Community“ für seine Kampagne zugunsten des Telekommunikationsanbieters Vodafone. Vorwürfe, die er weit von sich weist mit dem Hinweis, er habe schon immer sein Geld mit Werbung verdient.

Prof. Jo Groebel
Prof. Jo Groebel Quelle: dapd

Seit 2006 ist er auch als Buchautor bekannt. In jenem Jahr erschien sein mit Holm Friebe verfasstes Werk „Wir nennen es Arbeit – die digitale Bohème“ und im November 2011 sein Buch zum Thema dieser Peter-Hahne-Sendung über die deutsche Sprache „Wortschatz: 698 neue Worte für alle Lebenslagen“, in dem er passend zum Internetzeitalter neue deutsche Begriffe kreierte. In den folgenden Jahren veröffentlichte er weitere Bücher und schreibt für „Spiegel Online“ seine regelmäßige Kolumne „S.P.O.N. – Die Mensch-Maschine“.


Prof. Dr. Franz-Josef „Jo“ Groebel, 1950 in Jülich geboren, gilt als einer der Begründer der modernen Medienpsychologie und Fernsehforschung der 1980er und 1990er Jahre. Nach seinem Psychologiestudium in Aachen und der Dissertation "Fernsehen und Angst", war er von 1994 bis 1999 Mitglied des königlichen Rates für Kultur der niederländischen Regierung und Mitglied der Zeit-Stiftung für freie Presse.

In der Zeit von 1996-1998 arbeitete er für eine weltweit agierende Unternehmensberatung und war hierbei für mehreren Regierungs- und Staatschefs tätig, darunter Bill Clinton, Angela Merkel, Gerhard Schröder, Roman Herzog, Richard von Weizsäcker, Zoran Djindjic und Präsident Iliescu. Seit dem Jahr 2000 ist Groebel verstärkt mit medienpolitischen Fragen befasst. Seit 2006 Direktor Deutsches Digital Institut Berlin; dessen einziger Wissenschaftler er selbst ist.

Jo Groebel ist eine schillernde Persönlichkeit, an der sich Blätter wie die taz oder der Spiegel, aber auch Stefan Niggemeier (Frankfurter Allgemeine Sonntagszeitung) gerne abarbeiten. Medienjournalist Stefan Niggemeier kritisierte beispielsweise, dass „er als Professor exakt das sagt, was der Volkszorn im Affekt auch meint“.

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