Hass und Häme

Nachtreten ist unfair - auch in der Politik

Geht es Ihnen auch so, dass Sie gelegentlich doch noch von Umgangsformen im politischen Geschäft unangenehm überrascht werden können?

Philipp Rösler, FDP
Philipp Rösler, FDP Quelle: dpa

Ich meine weniger den Umgang der Politiker untereinander auf offener Bühne. Da sind wir ohnehin schon einiges gewohnt: "Wildsau" und "Gurkentruppe" sind wahrscheinlich noch allen von Beginn der Legislaturperiode her in Erinnerung.

Politische Nordkurve

Ich meine Spott und Häme bis hin zu offener, fast Hass erfüllter Ablehnung, die inzwischen aus mancher Bemerkung zum Abschneiden der FDP bei den letzten Landtagswahlen bis zum desaströsen 1,8-Prozent-Ergebnis in Berlin spricht. Fast könnte man mitunter meinen, nicht eine demokratische Partei sei aus einem Parlament gewählt worden, sondern der Untergang einer extremistischen Partei sei zu bejubeln.

Man kann eine demokratische Partei gut finden, man kann sie ablehnen, man kann sie überflüssig finden. Man kann ihre Protagonisten mögen oder nicht. Aber wenn eine Sprache gewählt wird, die eher an Hooligans in der Nordkurve erinnert, dann fehlt der letzte Rest an Anstand und menschlichem Respekt. Da wünscht man sich mitunter mehr Liberalität, nicht im parteipolitischen Sinne, aber im Sinne von Toleranz. Und was man jedem Schulhof-Schläger vorhält, sollte auch im verbalen Umgang gelten: Wer am Boden liegt, auf den tritt man nicht mehr.

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