Junge Alte und alte Junge

Erstaunliche Comebacks

Geht es Ihnen auch so wie mir, dass Sie die Entwicklung der Personalien der vergangenen Tage mit Staunen und Verwunderung verfolgt haben? Dabei meine ich gar nicht unbedingt die Rasanz der Veränderungen und die abrupten Richtungswechsel, die die Zuschauer der politischen Entwicklung hautnah und fast in Echtzeit verfolgen konnten.

Otto Rehagel während einer Pressekonferenz
Otto Rehagel während einer Pressekonferenz Quelle: reuters
Joachim Gauck
Joachim Gauck Quelle: imago


Ich habe das unter den Aspekten von Generationenwechsel und Demografie-Entwicklung gesehen, von denen in letzter Zeit ja auch so viel zu hören und zu lesen ist. Man muss sich das einmal vorstellen: Da tritt der jüngste Bundespräsident der Geschichte der Bundesrepublik nach der kürzesten Amtszeit zurück und macht Platz wieder für einen 72-Jährigen. Die Beliebtheit von Nachfolger Joachim Gauck in der Bevölkerung ist zu einem guten Teil auch auf sein Alter zurückzuführen - und das obwohl in den jungen Vorgänger so hohe Erwartungen gesetzt wurden: Alles sollte besser, frischer, jünger, schöner werden. Wulff ist nun mit 52 "Rentner" - und bei weitem nicht der einzige aus seiner Generation.

Rentner mit 52

Ob man die Alten wieder zurückholen muss, weil es die Jungen nicht können, das haben wir in unserer Sendung bereits mit Hans-Jochen Vogel und Klaus von Dohnanyi diskutiert. Vor allem aber mit Blick auf die Politik. Jetzt macht ein anderer Alter aus einem Bereich von sich reden, in dem man es vielleicht am wenigsten erwartet hätte. Mit 73 Jahren wagt sich Trainer-Legende Otto-Rehhagel an die Herausforderung, Hertha BSC vor dem Abstieg aus der Fußball-Bundesliga zu bewahren. Schlaffe Junge, fitte Alte? Man könnte es meinen, auch wenn man es nicht verallgemeinern darf. Aber ein Aufbruchsignal könnte von diesen beiden Personalien schon ausgehen, auch in der Diskussion um das Renteneintrittsalter. Was trauen sich die Alten noch zu? Was kann man ihnen zumuten? Sicher mehr als jenseits der 70 bisher angenommen.

Patrick Döring und Philipp Rösler
Politbarometer vom 27.01.12: FDP auf Rekordtief (ohne Logo) Quelle: dapd


Allerdings auch die Jungen konnten in den letzten Tage punkten: Kurz vor seinem 39. Geburtstag trumpfte einer auf, dem man es schon nicht mehr zugetraut hätte. "Boy-Group" gescheitert, hieß es über die Jungen in der FPD bis Philipp Rösler am Wochenende der Kanzlerin die Stirn bot und Joachim Gauck als Bundespräsidenten-Kandidat durchsetzte. Licht und Schatten also in allen Generationen an diesem Wochenende.

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