Kinder, Krippen, trautes Heim

Was ist richtig für den Nachwuchs?

Die familienpolitische Sprecherin der Partei "Die Linke" im Saarland Christa Müller und die Autorin und Moderatorin Amelie Fried diskutieren die Frage, wie und wo Kinder am besten groß werden.

Kinder
Kinder Quelle: dpa

Ab 2013 sollen Eltern, die darauf verzichten oder keine Gelegenheit haben, ihre Kinder im Alter von ein bis drei Jahren in einer Krippe betreuen zu lassen, ein staatliches Betreuungsgeld erhalten. Laut Koalitionsvertrag zwischen CDU/CSU und FDP denkt man daran, diesen Familien pro Monat 150 Euro zukommen zu lassen, in Form von Bargeld oder Gutscheinen.

Es geht um mehr als Geld

In jüngster Zeit spricht sich allerdings die FDP vehement gegen diese Leistung aus. Selbst der Vorschlag der Familienministerin Kristina Schröder, die Bezugszeit auf ein Jahr zu beschränken, findet bei den Liberalen keine Freunde. Allerdings nehmen sie damit in Kauf, dass sich der nächste Streit mit der CSU anbahnt, die das Thema Betreuungsgeld auf ihre Fahnen geschrieben hat.

Hinter dieser Diskussion steckt jedoch mehr als eine Kostendebatte. Unterschwellig schwingt auch immer die grundsätzliche Frage mit, wie Kinder am besten zu erziehen sind: zu Hause im Schoße der traditionellen Familie oder quasi "staatlich" in öffentlichen Krippen und Kitas. Rasch bauen sich dann die ideologischen Gegensätze auf. Gehört ein Kind so lange wie möglich in seine Familie - genauer: an die Seite seiner Mutter? Oder tut es den Kleinen gerade gut, wenn sie frühzeitig in größeren sozialen Verbänden aufwachsen? Andererseits: Ist nicht gerade die Familie häufig Schauplatz von Gewalt und Missbrauch, oder erinnert die Krippenerziehung fatal an das in der DDR übliche System?

Die Gäste:


Christa Müller, 1956 in Frankfurt/Main geboren, absolvierte ein Studium der Volks- und Betriebswirtschaftslehre, das sie als Diplom-Volkswirtin und Diplom-Kauffrau abschloss. 1979 trat sie der SPD bei und arbeitete unter dem hessischen Ministerpräsidenten Börner in der Wiesbadener Staatskanzlei. 1993 heiratete sie Oskar Lafontaine, mit dem sie seit 1997 einen gemeinsamen Sohn hat. 2005 trat sie der WASG bei und ist heute familienpolitische Sprecherin der "Linken" im Saarland.

Zum Thema Krippen und Kindererziehung hat sie ein Buch verfasst ("Dein Kind will dich") und ihre Initiative gegen den Ausbau von Krippenplätzen und für die Einführung eines sozialversicherungspflichtigen Erziehungsgehalts hat insbesondere in ihrer eigenen Partei für Aufsehen gesorgt. Ihre Thesen erfuhren teilweise scharfe Zurückweisungen. Einige Parteigenossen forderten gar ihren Ausschluss aus der Partei. Müller beharrte jedoch auf ihrem Standpunkt, dass eine übereilte Trennung der Kinder von ihren Eltern zu massiven traumatischen Erlebnissen führen kann.


Amelie Fried wurde 1958 in Ulm geboren. Ihr Vater Kurt war Verleger, ihre Mutter Inge Fried-Ruthardt arbeitete als Buchhändlerin. Nach dem Abitur1975 an der Odenwaldschule Heppenheim/Bergstraße studierte sie von 1976 bis 1983 Germanistik, Theaterwissenschaft und Publizistik in München. 1983 bis 1989 folgte das Studium "Dokumentarfilm und Fernsehpublizistik" an der Münchener Hochschule für Fernsehen und Film. Noch während des Studiums moderierte sie verschieden Fernsehsendungen, darunter "Live aus dem Alabama" und "Live aus der Alten Oper". Von 2009 bis 2010 war sie auch neben Ijoma Mangold die Moderatorin der ZDF-Literatursendung "Die Vorleser".

Neben ihren Fernsehauftritten hat Fried sich auch einen Namen als Autorin von Büchern und Kolumnen gemacht. Für "Hat Opa einen Anzug an?" erhielt sie den Deutscher Jugendliteraturpreis und das Ehrendiplom der Stiftung Buchkunst. Das Kinderbuch "Der unsichtbare Vater", das auch für den Deutschen Jugendliteraturpreis in der Kategorie Bilderbuch nominiert war, wurde 2000 unter die "Besten 7 Bücher für junge Leser" gewählt. Amelie Fried ist seit 1990 verheiratet. Sie lebt mit ihrem Mann Peter Probst und ihren beiden Kindern in der Nähe von München. Sie gilt in Sachen Erziehung als sehr fortschrittlich.

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