Lohn des Wartens

Geduld ist eine Tugend - auch in modernen Zeiten

Geht es Ihnen auch so wie mir, dass Sie sich manchmal dabei ertappen, wie ungeduldig Sie eigentlich geworden sind? Ich konnte es jetzt an mir beobachten, als ich in Berlin die öffentlichen Verkehrmittel am Pfingstwochenende benutzte.

Warteschlange am Flughafen
Warteschlange am Flughafen Quelle: imago

Normalerweise fahren die U-Bahnen hier alle fünf Minuten, was ganz wunderbar ist, weil man sich über den Fahrplan keine Gedanken machen muss. Es kommt eigentlich gefühlt fast immer eine. An Feiertagen fahren sie allerdings nur alle zehn Minuten, mir war nun gerade eine weggefahren. Und schon merkte ich die Ungeduld in mir aufsteigen: Unverschämtheit! Zehn Minuten warten. Habe ich denn meine Zeit gestohlen?

Lohn für 13 Jahre Warten

In Zeiten von Smartphones und iPads zwar kein Problem, man drückt dann ein bisschen auf dem Gerät herum, "checkt" hier Mails und liest dort was von Nachrichtenwert - und schon sind auch diese zehn Minuten um. Die Zeit war nicht "sinnlos" vertan. Aber wann habe ich das letzte Mal eigentlich auf etwas richtig gewartet?

Gerade hat uns ein deutscher Sportler gezeigt, dass auch Warten sich lohnen kann: Dirk Nowotzkis brauchte 13 Jahre, um den NBA-Titel zu gewinnen. Er hat seinem Verein die Treue gehalten, obwohl er das Ziel woanders vielleicht schneller erreicht hätte. Und er hat die Zeit genutzt, sein Spiel zu perfektionieren. Ein ganz Großer!

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