Namens-Irrsinn oder Irrsinns-Namen?

Was Eltern ihren Kindern antun können

Geht es Ihnen auch so wie mir, dass Sie sich manchmal fragen, wie weit die Kreativität von Eltern bei der Namensfindung für ihren Nachwuchs gehen darf?

Sarah Connor und Florian Fischer
Sarah Connor und Florian Fischer Quelle: dpa

Neueste Creation: Delphine Malou. So wird uns verkündet heißt das Mädchen, das Sarah Connor zur Welt gebracht hat. Was man Kindern mit originellen Namen antut, lässt sich erst im Lauf des Lebens beantworten.

Wer je einen Namen für ein Kind gesucht hat, weiß um die Schwierigkeiten: Sollen die Vornamen der Vorfahren mit bedacht werden oder gerade nicht? Soll es originell sein oder lieber doch "mainstream"? Und wenn es gar zu originell werden muss, müssen sich die Eltern auch noch auf einen Rechtsstreit einstellen. Im Juristendeutsch heißt das dann "Eintragungsfähigkeit". Weigert sich der Standesbeamte, müssen die Gerichte entscheiden. Und berücksichtigen dabei, was eigentlich auch gesunder Menschenverstand den Eltern raten sollte: Der Name muss deutlich machen, ob Junge oder Mädchen, und er sollte das Kind nicht zum Spott machen.

Globalisierte Namenssuche

Das alles relativiert sich allerdings zunehmend. Wenn "Winnetou" für Jungen und Mädchen gleichermaßen akzeptiert wird. Wenn Namen danach ausgesucht werden, dass sie an sich fast schon eine "Marke" sind, einzigartig und unverwechselbar wie Produktnamen. Oder wenn werdende Eltern Wert darauf legen, dass in einer globalen Welt der Name des Nachwuchses überall problemlos verstanden und akzeptiert wird.

Viele entscheiden sich dann doch für die gängigen Vornamen, die auch über Jahre hinweg die Hitlisten anführen wie derzeit "Julia", "Lena" oder "Julian". Davon leben inzwischen sogar Marktforscher, die nach den Vornamen das Alter der Kunden ungefähr ermitteln können, indem sie die Statistiken der beliebtesten Vornamen der jeweiligen Jahrgänge auswerten.

Zu denken geben sollte eine Studie aus dem Jahr 2009, derzufolge Menschen mit ungewöhnlichen Vornamen häufiger kriminell werden. Die Verfasser geben allerdings zu, dass nicht die Vornamen allein schuld sind, sondern mit anderen, Kriminalität begünstigenden Faktoren wie niedrigem sozialem Status der Wohngegend korrelieren. Und die Forscher raten Eltern, trotzdem den Namen zu wählen, den sie mögen. Nur gute Eltern sollten sie dann auch sein. Wie wahr.

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