Ohne Fleiß kein Preis

Über Nacht zum Star?

Die dreimalige "Eurovision Song Contest"-Teilnehmerin Katja Ebstein und der Casting-Star Daniel Küblböck sprechen mit Peter Hahne über den steinigen Weg an die Spitze des Show-Business. Was muss man dafür tun, wie hoch sind die Kosten und ist man das wirklich selbst, der da oben angekommen ist?

Der Countdown läuft, am Samstag folgt die Entscheidung: In der Düsseldorf-Arena, die eigentlich Esprit-Arena heißt, verteidigt Lena Meyer-Landrut ihren Titel im Eurovision Song Contest (ESC). Immer wieder ist vom Wunschtraum zu hören, der in Erfüllung gegangen sei, doch liest man in den Interviews zwischen den Zeilen, bekommt man eine Ahnung von der enormen Belastung, unter der "unsere Lena" bei dieser Veranstaltung steht.

Da ist zunächst dieses tückische "Unsere": Vereinnahmt von einer ganzen Nation - oder zumindest von dem Teil, der sich für diese Art Musik interessiert - hat sie gefälligst auch deren Erwartungen zu erfüllen, und die schließen eine Niederlage, das Scheitern aus. Deutlich wird dieser Druck, wenn Lena Meyer-Landrut im Focus-Interview über ihre Konzerttournee sagt, diese sei eine "Spaßveranstaltung", eine "Riesenparty" gewesen - im Gegensatz zum vom Wettbewerb dominierten ESC.

Spott und Häme

Ein weiterer Punkt ist auch ihre Plattenfirma. Reicht ihre erfolgreiche Deutschland-Tournee nach dem ersten Erfolg mit "Satellite" beim Contest in Oslo im Falle der Niederlage für eine Vertragsverlängerung? Oder wird sie fallen gelassen wie eine heiße Kartoffel? Bei aller Lockerheit, die Lena Meyer-Landrut in der Öffentlichkeit zeigt, stellt sich doch die Frage: Ist das noch die Lena von vor drei Jahren? Was hat sich für sie und in ihr verändert? Welchen Preis hat sie für die Karriere bezahlen müssen?

Eine weitere Möglichkeit, die Spitze der Bekanntheit zu erreichen, scheinen die Casting-Shows zu bieten, die in den letzten Jahren wie Pilze aus dem Bodern geschossen sind. Doch wie ernst ist deren vorgeblicher Anspruch zu nehmen, junge Talente zu fördern? Geht es wirklich um Musik oder ein zukünftiges Top-Modell oder nicht eher um die öffentliche Zurschaustellung von Möchtegern-Künstlern und deren Preisgabe an ein hämisches Publikum - gewürzt mit beleidigenden Sprüchen eines so genannten Moderators? Zu Gast bei Peter Hahne sind zwei Gäste, die sicherlich anhand eigener Erfahrungen einiges zu diesen und anderen Fragen sagen können.

Die Gäste:


Katja Ebstein wurde 1945 in der Nähe von Breslau geboren und wuchs in West-Berlin auf. Nach dem Abitur bestritt sie einige kleinere Gesangsauftritte. Nach einem gescheiterten Versuch, eine Solo-Karriere zu starten, arbeitete sie weiter als Background-Sängerin. Erst Ende der 1960er Jahre erschienen ihre ersten Singles und die erste LP. 1970 gewann sie den deutschen Vorentscheid mit ihrem Hit "Wunder gibt es immer wieder". Beim anschließenden Eurovisionsfestival in Amsterdam gewann sie mit diesem Titel den dritten Preis; bei zwei weiteren Teilnahmen am Eurovision Song Contest 1971 und 1980 erreichte sie erneut einen dritten und einen zweiten Platz.

Ab Mitte der 1970er Jahre änderte sie allmählich ihr Repertoire. Einerseits trat sie immer noch in Schlager-Shows auf, andererseits interpretierte sie auch vertonte Gedichte von Heinrich Heine und äußerte sich dezidiert zu politischen und sozialen Fragen. Darüber hinaus schrieb und präsentierte sie auch kabarettistische Programme. Im folgenden Jahrzehnt trat Ebstein verstärkt als Schauspielerin auf sowohl im Ensemble als auch als Solokünstlerin. Seit 2007 betätigt sie sich auch in der Nachwuchsförderung und als Jurorin bei Chanson-Festivals. Katja Ebstein war, nach einer geschiedenen Ehe mit dem Komponisten Christian Bruhn, 29 Jahre lang, bis zu dessen Tod 2008, mit dem Fernsehregisseur Klaus Überall verheiratet.



Daniel Küblböck wurde 1985 im bayerischen Hutthurm geboren. Nach dem Hauptschulabschluss arbeitete er in einem Kindergarten bevor er 2003 an der RTL-Show "Deutschland sucht den Superstar" teilnahm. Der zum Publikumsliebling Avancierte belegte den dritten Platz und nutzte diesen Erfolg für sich anschließende Musikprojekte und Werbeauftritte. 2004 und 2005 folgten ein halbdokumentarischer Kinofilm und die Auftritte bei der RTL-Sendung "Ich bin ein Star - holt mich hier raus" und in der RTL II-Sendung "Big Brother".

2007 änderte Küblböck radikal seinen Musikstil und wandte sich dem Jazz und dem Blues zu. In diesem und dem folgenden Jahr entstanden bei Konzerten und Tourneen zwei DVDs ("Jazz-Night in Stuttgart" und "Jazz meets Blues ... wenn zwei sich verlieben"). Positiv zur Kenntnis genommen wurde auch sein Auftritt als Moderator bei der Mannheimer Veranstaltung "Liebe positiv - Bleib negativ" zugunsten der AIDS-Stiftung. An seinem neuen Wohnort Wiesbaden produziert er seine CDs und leitet seine eigene Firma "Positive Energie GmbH", die vier Mal im Jahr die Online-Sendung "Küblböck Talk Night" produziert.

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