Nur Bares ist Wahres

Brauchen wir noch das Bargeld?

Bankkarten und Kreditkarte auf Bargeldscheinen mit Münzen

Gesellschaft | Peter Hahne - Nur Bares ist Wahres

Peter Hahne stellt die Frage: Brauchen wir noch Bargeld? Er diskutiert sie mit dem Publizisten Roland Tichy und Peter Wippermann, Trend- und Zukunftsforscher.

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Geld, also Banknoten aus Papier und Münzen mit einer Prägung, auf der ein entsprechender Wert zu lesen ist, ist seit Jahrhunderten ein allgemeines und bewährtes "Tauschmittel" - also Barzahlungsmittel: Geld gegen Ware oder Dienstleistung. Das kennt jeder. Doch nun behaupten Stimmen wie der Wirtschaftsweise Peter Bofinger, eben dieses Bargeld solle abgeschafft werden. Alles solle nur noch elektronisch bezahlt werden. Kritiker warnen und befürchten den Freiheitsverlust der Menschen. Nur Bares ist Wahres! Peter Hahne stellt die Frage: Brauchen wir noch Bargeld? Er diskutiert sie mit dem Publizisten Roland Tichy und Peter Wippermann, Trend- und Zukunftsforscher.

Schon jetzt gibt es einige Länder, auch in Europa, die auf das Bargeld verzichten wollen. Dänemark setzt auf diesen Trend, aber auch Schweden. Hier wurde begonnen, auf elektronische Zahlungsmethoden umzustellen. Ebenso in den USA: dort laufen viele alltägliche Zahlungen über Kreditkarten, selbst bei kleinsten Beträgen im Supermarkt oder im Coffeeshop. Und trotzdem, auf das Bezahlmittel Scheine und Münzen wird auch dort nicht verzichtet, werden viele Geschäfte immer noch Auge in Auge und von einer Hand in die andere vollzogen. Das Geld geht tatsächlich über den Verkaufstresen oder landet in den Geldbörsen des Handelspartners und wird nicht elektronisch von einem Bankkonto auf ein anderes verschoben.

Vielleicht liegt es an der Warnung der Kritiker vor der Abschaffung des Bargeldes. Sie zitieren den russischen Dichter Dostojewski, der Geld als geprägte Freiheit bezeichnet hat. Die Kritiker befürchten die Schaffung des transparenten Kunden. Elektronische Zahlungen laufen über die Banken und sind somit alle nachzuverfolgen und auszuwerten. Es ist dann genau nachzuvollziehen, wann jemand etwas gekauft hat, wo er dies getan hat und zu welchem Preis. Es können Bewegungsprofile des Menschen erstellt werden und Gewohnheiten analysiert, um so vielleicht genau auf ihn zugeschnittene Werbung oder Angebote machen zu können, bei denen ihm eventuell andere Möglichkeiten vorenthalten werden.

Roland Tichy
Roland Tichy Quelle: imago

Ist dies ein Horrorszenario oder nur das Sperren einiger weniger Kritiker vor dem unvermeidlichen Fortschritt? Ist das einzig Wahre doch das Bare? Darüber diskutiert Peter Hahne mit seinen Gästen:


Roland Tichy wurde 1955 in Bad Reichenhall geboren. Er studierte Volkswirtschaftslehre in München, Politologie und Kommunikationswissenschaften. Seine journalistische Ausbildung erhielt er an der Deutschen Journalistenschule. Von 1983 bis 1985 gehörte er dem Planungsstab des Bundeskanzleramtes an.

Roland Tichy wurde anschließend Bonner Korrespondent für die Wirtschaftswoche und später stellvertretender Chefredakteur des Wirtschaftsmagazins Capital. 1990 und 1991 gehörte Tichy zum Beraterstab der Rundfunkbeauftragten und beeinflusste so die Reform der deutschen Rundfunklandschaft. Nach Stationen beim Unternehmensmagazin Impulse , der Zeitschrift „Die Telebörse“ und dem Magazin „Euro“ (jeweils als Chefredakteur), wurde Tichy 2007 Chefredakteur der „Wirtschaftswoche“ und ist Kolumnist für die BILD.

Peter Wippermann
Peter Wippermann Quelle: dpa

Roland Tichy verteidigt das Bargeld und sagt unter anderem in einem STANDPUNKT  der Ludwig Erhard Stiftung: „Ohne Bargeld gäbe es keine Schwarzarbeit, und der gläserne Bürger wäre Realität. Die Überwachung durch NSA und BND sind nur die Anfänge, verglichen mit den Möglichkeiten einer elektronischen Kontoverfolgung.“


Peter Wippermann wurde 1949 in Hamburg geboren und hat zunächst eine Lehre als Schriftsetzer gemacht und im Grafik Design Studio seines Vaters gearbeitet. Nach seiner Arbeit als Layouter bei der Zeitschrift konkret wurde er Artdirctor im Rowohlt Verlag und beim ZEITmagazin.

Wippermann war aber auch als Unternehmer tätig. Gemeinsam mit zwei Partnern gründete er 1988 das Büro Hamburg der Gesellschaft für Kommunikationsdesign und war ab 1990 Herausgeber des Zukunftsmagazins "Übermorgen" eines großen Zigarettenherstellers für den er ebenfalls die Zukunftsevents "Talk with Tomorrow" konzipierte.

Seit 1993 ist Peter Wippermann Professor für Editorial Design im Studiengang Kommunikationsdesign an der Folkwang Universität Essen und rief 1999 die Stiftung Akademie Bildsprache gemeinsam mit Horst Wackerbarth ins Leben.

Peter Wippermann hält das Bezahlen mit Bargeld für antiquiert. Der Trend zum bargeldlosen Zahlen sei überhaupt nicht mehr aufzuhalten und es würde alles digitalisiert. Er hält es nicht für richtig, sich gegen diesen Trend zu sperren.

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