Glaube, Austritte und Flüchtlinge

Was würde Luther heute dazu sagen?

Manchmal könnte man sich ja fragen, ob die Kirche zu allem ihren Senf dazu geben muss. Dieser deutlichen Sprache bediente sich der Reformator Martin Luther, der dem Volk auf's Maul schaute und ebenfalls zu allem seinen Senf dazu gab. Er verfasste Streitschriften gegen Fürsten, Potentaten und natürlich gegen den Papst. 2015 nun jährt sich der Thesenanschlag Luthers an der Kirche zu Wittenberg zum 500. Mal, ein Ereignis, dass die Kirche als den so genannten Reformationstag feiert. Zu diesem Anlass spricht Peter Hahne in einem Exklusivinterview mit Margot Käßmann, der Botschafterin für das Reformationsjubiläum.

Die Reformationsbotschafterin und frühere Bischöfin findet, wie Luther zu seiner Zeit, auch deutliche Worte, die manchen Menschen überhaupt nicht passen. Darum fragt Peter Hahne in seinem Gespräch Margot Käßmann, was wohl Luther zu den vielen Kirchenaustritten sagen würde, oder zur Flüchtlingskrise oder, dass die Schere zwischen arm und reich immer größer wird. Wie würde Luther es sehen, was sagt Margot Käßmann, dass immer mehr alte Menschen einsam sind und sich niemand mehr um sie kümmert oder schlimmer noch: regelgerecht abgeschoben werden.

Muss sich die Kirche, müssen sich Christen nicht genau dieser Themen und Problemstellungen annehmen? Diese und noch mehr Fragen hat Peter Hahne an seinen Gast Margot Käßmann.

Margot Käßmann
Margot Käßmann

Margot Käßmann, geboren 1958 in Marburg, studiert Theologie in Tübingen, Edinburgh, Göttingen und Marburg und promoviert 1989 zum Thema "Armut und Reichtum als Anfrage an die Einheit der Kirche". 1995 ist sie Generalsekretärin des Deutschen Evangelischen Kirchentags und wird 1999 zur Bischöfin der Evangelisch-Lutherischen Landeskirche Hannover gewählt. 2006 erkrankt sie an Krebs und kann schon im selben Jahr in ihr Amt zurückkehren. 2009 wird sie zur ersten EKD-Ratsvorsitzenden gewählt.

In ihrem Dienstwagen überfährt Käßmann 2010 eine rote Ampel und wird von der Polizei angehalten; die Polizei stellt Alkohol in ihrem Blut fest. Nachdem die Öffentlichkeit von diesem Vorfall erfährt, tritt Käßmann im Februar 2010 von ihren Ämtern zurück.

Botschafterin Martin Luthers

Im Mai 2010 kehrt Margot Käßmann beim Ökumenischen Kirchentag in die Öffentlichkeit zurück. Mit der 15-minütigen ZDF-Reihe „Margot Käßmann – mitten im Leben“ erklärt sie den Zuschauern die moderne Botschaft der christlichen Feiertage.

Am 8. Juli 2011 wird Margot Käßmann als „Botschafterin des Rates der Evangelischen Kirche in Deutschland für das Reformationsjubiläum 2017“ (Lutherbotschafterin) vorgestellt. Als ihre Aufgaben werden besonders die Vermittlung und Vernetzung kirchlicher und weltlicher Belange gesehen. Seit dem 27. April 2012 übt sie dieses Amt aus.

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