Vermächtnis 20. Juli 1944

Eine Familie im Widerstand

Das Führerhauptquartier nach dem Attentat

Gesellschaft | Peter Hahne - Vermächtnis 20. Juli 1944

Peter Hahne stellt das Thema der kommenden Sendung vor.

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Der 20. Juli 1944 ist der Tag des gescheiterten Attentats auf Adolf Hitler in der Wolfschanze. Viele Teilnehmer des Widerstandes und Organisatoren des Putschversuchs wurden damals hingerichtet. Auch Mitglieder der Familien Dohnanyi und Bonhoeffer, die miteinander verwandt waren. Klaus von Dohnanyi, Sohn des Widerständlers Hans von Dohnanyi, hat dies als junger Mensch selbst miterlebt. Wie wurde bei ihm mit der eigenen Familiengeschichte umgegangen? Waren die Ereignisse von 1944 ein Thema? Peter Hahne fragt exklusiv Klaus von Dohnanyi, welche Lehren wir nach seiner Ansicht aus der Geschichte ziehen sollten.

Klaus von Dohnanyi
Klaus von Dohnanyi Quelle: ZDF

Klaus von Dohnanyi wurde 1928 in Hamburg als Sohn des später als Widerstandskämpfer hingerichteten Hans von Dohnanyi und der Schwester des ebenfalls ermordeten Dietrich Bonhoeffer geboren. Nach dem Abitur 1946 studierte er in München Rechtswissenschaften und promovierte 1949 zum Dr. jur. 1957 trat er der SPD bei. Nach mehrjähriger Tätigkeit für das Marktforschungsinstitut "Infratest" wurde er 1968 zum Staatsekretär im Wirtschaftsministerium berufen. 1969 wurde er in den Bundestag gewählt, dem er bis 1981 angehörte. In diesen Jahren war er zunächst Parlamentarischer Staatssekretär im Bildungsministerium und anschließend Bundesbildungsminister. Von 1976 bis 1981 hatte er das Amt des Staatssekretärs im Auswärtigen Amt inne, von 1981 bis 1988 war er Erster Bürgermeister der Hansestadt Hamburg. Ab 1990 folgte eine vierjährige Tätigkeit für die "Treuhandanstalt". Heute ist er Mitglied unterschiedlicher Gremien und Aufsichtsratsmitglied mehrerer Firmen. Aufsehen erregte Klaus von Dohnanyi in jüngster Zeit durch seine Verteidigung von Thilo Sarrazin und dessen umstrittenen Thesen. Er ist in dritter Ehe verheiratet und Vater dreier Kinder.

Eine Familie kämpft gegen das Regime

Zahlreiche Mitglieder der Familie von Dohnanyi waren aktiv am Widerstand gegen das NS-Regime engagiert. Der Vater Hans von Dohnanyi wird als einer der Planer und Organisatoren des inner-militärischen Widerstands gegen die Nationalsozialisten bezeichnet. Dohnanyi wurde allerdings bereits 1943 festgenommen und am 8. April 1944 nach einem Standgerichtsverfahren der Schutzstaffel (SS) im Konzentrationslager Sachsenhausen durch den Strang hingerichtet.

Seine Frau Christine war durch Hans von Dohnanyi und ihren Bruder Dietrich Bonhoeffer über die Pläne der Widerstandsorganisation gut informiert. Sie wurde verhaftet und sah ihren Bruder nach ihrer Freilassung nie mehr wieder. Ihren Mann Hans durfte sie vor seiner Verlegung nach Sachsenhausen noch einmal besuchen.

Dietrich Bonhoeffer war Theologe und engagierte sich in der kirchlichen Oppositionsbewegung. Er war ebenfalls in die Attentatspläne seines Schwagers Hans eingeweiht. Ab 1940 arbeitete er im Amt Ausland/Abwehr des Oberkommandos der Wehrmacht. Bonhoeffer reiste mehrmals ins Ausland, um Verbindungen zu alliierten Regierungen zu knüpfen. 1943 wurde er verhaftet und blieb zwei Jahre ohne Gerichtsverfahren in Haft. Im Februar 1945 brachte man Dietrich Bonhoeffer in das KZ Flossenbürg; am 9. April 1945 wurde Dietrich Bonhoeffer nach einem SS-Standgerichtsverfahren ermordet.

Klaus Bonhoeffer, Jurist und Patenonkel Klaus von Dohnanyis, war in die Pläne zum Hitler-Attentat eingeweiht. Er wurde am 1. Oktober 1944 verhaftet und am 2. Februar 1945 vom Volksgerichtshof zum Tode verurteilt. Auch er wurde erschossen.

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