Ich bin jetzt weg!

Warum man zum Aussteiger wird

Gesellschaft | Peter Hahne - Ich bin jetzt weg!

Zwei Aussteigerinnen erzählen von ihren Erfahrungen.

Beitragslänge:
28 min
Datum:
Verfügbarkeit:
Video verfügbar bis 25.12.2016, 23:40

Einfach mal raus, einfach mal alles stehen und liegen lassen und weg sein. Es gibt Menschen die machen das: sie kündigen, verkaufen Hab und Gut, sie verändern sich komplett, sie fangen ganz neu an. Und: Sie ernten die unterschiedlichsten Reaktionen auf ihre Pläne. Manche Menschen finden das ganz verrückt und haben kein Verständnis für einen solchen Schritt. Andere wiederum beobachten und kommentieren einen solchen Neuanfang mit Bewunderung und Respekt. Vielleicht würden sie es ja sogar selbst einmal machen. Aber wie ist das, alles hinter sich zu lassen und für eine Zeit lang oder auch für immer, etwas ganz anderes zu tun? Peter Hahne fragt seine Gäste: die ehemalige Managerin Christine Thürmer und Stella Deetjen, die gelernte Musical-Darstellerin und Schauspielerin.

Stella Deetjen
Stella Deetjen

Stella Deetjen, geboren 1970, machte nach ihrem Abitur eine Schauspiel- und Musical-Ausbildung. Mit 24 Jahren geht sie nach Italien und will hier ein Fotografie-Studium beginnen, vorher aber noch mit dem Rucksack durch Indien reisen. Dort angekommen trifft sie zum ersten Mal auf Obdachlose und von der Gesellschaft ausgestoßene Lepra-Kranke. Diese Begegnung berührt sie dermaßen, dass sie beschließt, in Indien zu bleiben und diesen Menschen zu helfen. Seit jetzt mehr als 20 Jahren arbeitet Deetjen in Indien und Nepal, hat einen Verein gegründet, „Back to Life e.V.“, der die Verbesserung der Lebensumstände notleidender und schwer benachteiligter Menschen fördert. Mit dem Leitgedanken „Hilfe zur Selbsthilfe“ werden immer wieder neue Projekt in Indien und Nepal initiiert.

Im Moment verbringt Stella Deetjen jedoch wieder mehr Zeit in Deutschland und kümmert sich auch um ihre Mutter: „Es wäre seltsam, wenn ich für anderen Menschen auf der anderen Seite der Welt immer da wäre aber für meine eigene Mutter keine Zeit hätte …“

Christine Thürmer
Christine Thürmer

Christine Thürmer, geboren 1967, war eine erfolgreiche Managerin und Geschäftsführerin, bevor sie vom „Wander-Virus“ gepackt wurde. 2007 hängte sie ihren Job an den Nagel, kündigte 2008 ihre Wohnung und lagerte ihr gesamtes Hab und Gut ein. Allein Rucksack, Zelt, Schlafsack und Isomatte hat sie immer bei sich. Weit über 30.000 Kilometer ist sie seit dem gewandert, in Nordamerika, kreuz und quer durch Europa, Japan, Neuseeland oder Südkorea. Und wenn zu Beginn ihrer Reise der Weg das Ziel war, so hat sich das heute grundlegend geändert. Sie schreibt in ihrem Buch über ihre Wanderung durch die Nordamerika: „Am Anfang des Trails war es mir ziemlich egal, ob ich in Kanada ankommen würde oder nicht. Der Weg ist das Ziel, habe ich gedacht. Doch jetzt hat es mich gepackt: Ich will die Grenze unbedingt erreichen.“

Es klingt wie eine Initialzündung, Thürmer ist nicht mehr zu halten: „Der Trail hat mich stark gemacht. Ich fühle mich unbesiegbar.“ Seit dem ist Christine Thürmer unterwegs, wandert, fährt mit dem Fahrrad oder rudert durch die Welt, bevor sie in Deutschland wieder an einem Buch über ihren Weg schreibt. Kurz vor der Sendung kehrt sie gerade wieder von einem Wanderabschnitt quer durch Europa zurück.

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