Medien zwischen Gefühl und Fakten

Wieviel Wahrheit vertragen wir?

"Peter Hahne": Prof. Norbert Bolz, Peter Hahne und Uwe-Karsten Heye sitzen im Studio vor dem Schild mit dem Logo der Sendung.

Gesellschaft | Peter Hahne - Medien zwischen Gefühl und Fakten

Zahlen lügen nicht. Punkt! Wenn es doch so einfach wäre. Von Abgaswerten, über die neueste Kriminalstatistik bis zu Zahlen von Zuwanderungen nach Europa – die Bewertung von Zahlen und Fakten liegt in der Regel in den Augen des jeweiligen Betrachters.

Datum:
Sendungsinformationen:
Im TV: ZDF, 01.05.2017, 00:50 - 01:20
Verfügbarkeit:
Leider kein Video verfügbar
Produktionsland und -jahr:
Deutschland 2017

Das Wort Fakten wurde in jüngster Vergangenheit oft genutzt, neu interpretiert und bis zum Absurdum „alternative Fakten“ gebeugt. Doch was sind Fakten wirklich? Die nackten Tatsachen? Aber so einfach ist es nicht. Das Glas kann halb voll, aber auch halb leer sein. Ich kann interpretieren und werten. Selbst wenn über ein Ereignis berichtet, eine Statistik vorgestellt oder eine Aussage zitiert wird: Es wird immer eine Wertung vorgenommen, ob durch die Abfolge der Berichterstattung, der Interpretation von Zahlen oder der Einschätzung von Ausführungen einer Person. Was dann die „richtige, die tatsächliche Wahrheit“ ist, ist oft schwer zu erkennen und liegt vielleicht auch bisweilen in den Augen des Betrachters. Denn er gleicht das Gehörte oder Gesehene immer mit seinen Erfahrungswerten ab – womit wir wieder bei individuellen Interpretationen sind.

Dass es die Medien dann schwer haben, tatsächliche Fakten „korrekt“ darzustellen ist verständlich. Und das in der Darstellung dieser so genannten Fakten auch schon eine Wertung liegen kann, ist in der Medienlandschaft überall in der Welt zu beobachten.

Frage nach der Wahrheit

Gerade hat das Bundesinnenministerium die neueste Kriminalstatistik veröffentlicht. Sind es nackte Zahlen, über die sich nicht streiten lässt? Weit gefehlt; auch hier sind die Auswertungsmöglichkeiten weit gestreut, liegt die Wahrheit der Zahlen wiedermal im Auge des Betrachters. Wieviel Wahrheit vertragen wir, wieviel wollen wir gar nicht wissen? Peter Hahne diskutiert mit seinen Gästen über die Frage, wo hier die Medien stehen und wie sie mit „nackten Tatsachen“ und „gefühlten Fakten“ umgehen.

Gäste bei Peter Hahne

Prof. Dr. Norbert Bolz
Prof. Dr. Norbert Bolz Quelle: ZDF/Michael Kramers

Prof. Dr. Norbert Bolz, geboren 1953, studierte Germanistik, Anglistik und Religionswissenschaften. 1987 habilitierte er über den Auszug aus der entzauberten Welt: "Philosophischer Extremismus zwischen den Weltkriegen". Bolz war Dozent an der Freien Universität Berlin und ab 1992 Universitätsprofessor für Kommunikationstheorie am Institut für Kunst- und Designwissenschaften der Universität GH Essen.
Seit 2002 ist Norbert Bolz Universitätsprofessor an der Technischen Universität Berlin und lehrt Geisteswissenschaften am Institut für Sprache und Kommunikation. Sein Fachgebiet sind die Medienwissenschaft.

Uwe-Karsten Heye
Uwe-Karsten Heye Quelle: ZDF/Michael Kramers

Uwe-Karsten Heye, geboren 1940, machte eine Ausbildung zum Journalisten und arbeitete als Parlamentskorrespondent für die „Süddeutsche Zeitung“ in Bonn. 1974 wurde er Mitarbeiter von Willy Brandt. Später war er freier Fernsehautor für ARD und ZDF und arbeitete schließlich als Reporter für das Politmagazin „Kennzeichen D“ des ZDF.
1990 engagierte ihn Gerhard Schröder und Heye ging in die Staatskanzlei des Ministerpräsidenten nach Hannover und folgte dann dem Bundeskanzler Gerhard Schröder nach Bonn und Berlin. Heye war für zwölf Jahre Regierungssprecher, bevor er danach die Bundesrepublik Deutschland in New York als Generalkonsul vertrat. Heute ist Uwe-Karsten Heye Autor, Publizist , Chefredakteur des „vorwärts“, der Parteizeitung der SPD.

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