Leiden für die Wissenschaft

Pro und contra Tierversuche

Eine Hand mit Handschuh hält eine Maus

Gesellschaft | Peter Hahne - Leiden für die Wissenschaft

Auf vielen Feldern der Wissenschaft werden die Wirkungsweisen von Produkten für die Medizin an Tieren ausprobiert. Schnell bilden sich Lager von Gegnern und Befürwortern von Tests an Lebewesen.

Datum:
Sendungsinformationen:
Im TV: ZDF, 10.04.2017, 00:25 - 00:55
Verfügbarkeit:
Leider kein Video verfügbar
Produktionsland und -jahr:
Deutschland 2017

Wie sollen die Wirkungsweisen beispielsweise von Medikamenten erkannt werden, wenn sie nicht am lebenden Objekt getestet wurden? Und da der Mensch sich dafür nicht gerne zur Verfügung stellt, steht das Tier an seiner statt im Labor als Versuchskaninchen auf dem Prüfstand. Viele der Tiere der unterschiedlichsten Gattungen vom Affen bis zum Meerschweinchen werden eigens für diese Zwecke gezüchtet. Viele Menschen sehen diese Art der Tests von Neuentwicklungen an Tieren als unbedenklich an. Tierschützer dagegen gehen immer wieder auf die Barrikaden und fordern einen Stopp der Tierversuche. Und auch viele Mediziner sagen, dass es andere Möglichkeiten gibt, neue Produkte zu testen.

Dabei sind Tierversuche in Deutschland erlaubt, gesetzlich geregelt. Das deutsche Tierschutzgesetz gibt die Rahmenbedingungen vor, innerhalb derer Versuche mit Wirbeltieren vorgenommen werden dürfen. Als oberste Prämisse wird hierin festgehalten, dass die Schmerzen, das Leid oder mögliche Schäden der Tiere "auf das unerlässliche Maß zu beschränken sind". Doch reicht eine solche Regelung oder könnte nicht gänzlich auf die Versuche mit Tieren welcher Art auch immer, zu welchen Zwecken auch immer, verzichtet werden?

Die Gäste

Dr. med. Andreas Ganz
Dr. med. Andreas Ganz Quelle: ZDF/Michael Kramers

Dr. med. Andreas Ganz, geboren 1973, hat sein Studium der Humanmedizin 2002 abgeschlossen. Seinen Doktor der Humanmedizin machte er 2007 an der Universität Zürich zu einem psychopharmakologischen Thema. Während seiner anschließenden ärztlichen Tätigkeit machte er ein gesundheitswissenschaftliches Studium an der Universität Bielefeld mit Abschluss als Master of Health Administration und schloss 2012 seinen Facharzt für Psychiatrie und Psychotherapie an.

Seit 2017 ist Ganz Chefarzt einer Klinik für Psychosomatik in Bad Reichenhall und Mitglied bei „Ärzte gegen Tierversuche“ und engagiert sich in verschiedenen Tierschutzorganisationen. Andreas Ganz hält es "für eine Anmaßung, biochemische und physiologische Prozesse von Spezies, deren evolutionärer Stammbaum sich zum Teil schon vor mehreren hundert Millionen Jahren bereits aufgespalten hat auf den Menschen übertragen zu wollen“. Seines Erachtens ist es "mit den Standards aufgeklärten wissenschaftlichen Arbeitens unvereinbar, da die Erkenntnisse nicht zielführend verwendbar sind.“ Außerdem ist seiner Meinung nach bei Tierversuchen ein großer, gewinnbringender Markt entstanden, den keiner freiwillig aufgeben will – auch nicht aus ethischen Gründen.

Prof. Dr. Stefan Treue
Prof. Dr. Stefan Treue Quelle: ZDF/Michael Kramers

Prof. Dr. Stefan Treue, geboren 1964, studierte zunächst Biologie in Frankfurt und Heidelberg, bevor er in den USA im Bereich Neuro- und Kognitionswissenschaften graduierte und im Feld der Neurowissenschaften promovierte. Seine Habilitation machte Treue dann im Feld der Tierphysiologie in Tübingen.

Stefan Treue war Nachwuchsgruppenleiter in der Neurologischen Universitätsklinik Tübingen und Vertretung des Lehrstuhls Tierphysiologie an der Fakultät für Biologie der Universität Tübingen. Seit 2001 leitet Treue als Direktor des Deutschen Primatenzentrum und die dortige Abteilung Kognitive Neurowissenschaften.

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