Geld regiert die Welt

Macht die Gier den Sport kaputt?

Regiert das Geld den Sport?

Gesellschaft | Peter Hahne - Geld regiert die Welt

Was sind das für Summen, die im Sport bezahlt werden? 222 Millionen Euro für einen Fußballspieler – kommt einem da nicht die Vokabel „absurd“ in den Sinn? Regiert nur noch die Geldgier den Sport? Oder ist die Summe etwa gerechtfertigt?

Datum:
Sendungsinformationen:
Im TV: ZDF, 14.08.2017, 00:50 - 01:20
Verfügbarkeit:
Leider kein Video verfügbar
Produktionsland und -jahr:
Deutschland 2017

Der brasilianische Fußballer Neymar spielt einen herausragenden Fußball, das ist sicher. Und er ist auch bestimmt ein ganz großes Talent! Doch was gerade passiert, ist kaum zu glauben: Neymar wechselt von Barcelona nach Paris – und dafür wird eine Transfersumme bezahlt, wie es sie bis heute im bezahlten Fußball nicht gegeben hat: 222 Millionen Euro. Da werden Worte laut wie „unanständig“, „verrückt“ oder „nicht mehr von dieser Welt“. Und genau das ist es – eine andere Welt. Für einen einzelnen Spieler wird so viel bezahlt, wie für eine ganze Fußballmannschaft in der Bundesliga. Und die können übrigens auch ganz passabel mit dem Ball kicken.

Bodenhaftung verloren

Doch Fußball ist ja nicht die einzige Disziplin auf dieser Welt, die Sportbegeisterte in ihren Bann zieht. Die Leichtathletik-Weltmeisterschaft beispielsweise lockt aktuell tausende Begeisterte in die Stadien und hunderttausende Zuschauer vor die Bildschirme. Wie sieht es denn dort mit der Finanzlage der Athleten aus? Es gibt Sportler, wie zum Beispiel den deutschen Meister im 110-Meter-Hürdenlauf, Matthias Bühler, der erklärt, er könne im Prinzip nicht einmal seine Miete zahlen. Und Bühler trainiert, wie viele seiner Sportkollegen, sicher genauso viel und hart, wie es Fußballer tun.

Stimmen da die Verhältnisse noch? Ist der Fußball, ist ein Spieler tatsächlich eine solch unglaubliche Summe wert? Oder hat da der internationale Fußball und der mit ihm einhergehende Kommerz die Bodenhaftung verloren? So lange es Sponsoren wie reiche Ölmultis aus arabischen Ländern gibt, die ganze Clubs in Europa aufkaufen und über für unsere Verhältnisse unglaubliche Geldmittel verfügen, scheint jede Summe möglich – je nach Gusto eines einzelnen Scheichs. Gibt es irgendeine Grenze? Wo ist da die Gerechtigkeit im Sport?

Die Gäste

Willi Lemke
Willi Lemke Quelle: imago

Willi Lemke, geboren 1946, studierte Erziehungs- und Sportwissenschaften. Nach seiner Tätigkeit im Nachrichtendienst, übernahm er 1974 die Geschäftsführung des SPD-Landesverbandes Bremen. 1981 wechselte er ins Fußballgeschäft und wurde Manager von Werder Bremen.
1999 ging er zurück in die Politik und wurde Bremer Senator, erst für Bildung und Wissenschaft, dann für Inneres und Sport. Von 2008 bis 2016 War Lemke UNO-Sonderberater für Sport im Dienst von Entwicklung und Frieden.

Geht die Entwicklung im Fußball so weiter?


Wolf-Dieter Poschmann
Wolf-Dieter Poschmann Quelle: ZDF

Wolf-Dieter Poschmann, geboren 1951, studierte zunächst Germanistik und Pädagogik, später Sport. Ab 1986 arbeitete er beim ZDF in der Hauptredaktion Sport. Er moderierte zahlreiche Sport-Großveranstaltungen und zeichnete sich vor allem bei seinen Spezialgebieten Fußball, Leichtathletik und Eisschnelllauf durch seinen detaillierten Sachverstand aus; Poschmann war 1973 Deutscher Vizemeister im Marathon und Crosslauf. Er hatte zahlreiche Berufungen in die Nationalmannschaft des Deutschen Leichtathletikverbandes und hat an drei Europacup-Wettbewerben teilgenommen.

Von 1995 bis 2005 übernahm er die Leitung der ZDF-Hauptredaktion Sport. Ab 2006 war Poschmann Chefreporter des ZDF und beendete seine sportjournalistische Laufbahn als Moderator bei den Olympischen Spielen 2016 in Rio de Janeiro.

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