Digitale Revolution

Chancen und Risiken im Netz

Gesellschaft | Peter Hahne - Digitale Revolution

Da ist sie wieder, die Causa Internet. Vor den Wahlen stiefmütterlich behandelt, nun wieder das große Thema der Politik. Aber was haben wir von der digitalen Entwicklung zu halten? Wo liegen die Chancen, wo die Risiken?

Beitragslänge:
28 min
Datum:
Verfügbarkeit:
Video verfügbar bis 07.01.2018, 23:59
Produktionsland und -jahr:
Deutschland 2017

Als Hape Kerkeling sein Buch mit dem Titel „Ich bin dann mal weg“ veröffentlichte, war dies vollkommen analog gemeint. Also richtig zu Fuß, über den Camino nach Santiago de Compostela, ohne Telefon und Internet. Heutzutage ist dieses „weg“ auch gleich ein „überall“ und schon lange nicht mehr nur analog.

Fast 90 Prozent der deutschen Bevölkerung ist online unterwegs und mehr als 70 Prozent von ihnen täglich, überall und viele Stunden am Tag. Nahezu alles kann oder soll online erledigt werden - oder zumindest jedoch erledigt werden können. Ob bei der zwischenmenschlichen Kommunikation via Smartphone, der Beschaffung von Informationen, dem Onlinekauf von Waren, der Buchung von Reisen und andern Dienstleistungen oder der Übertragung von Daten in der Industrie. An der Nutzung des Internets kommt kaum noch jemand vorbei und analog geht schon vieles gar nicht mehr.

Mehr Internet, mehr Manipulationsmöglichkeiten

Ist diese Entwicklung nun Segen oder Fluch? Zum einen können Wege zu Ämtern verkürzt oder die Bestellung von Waren beschleunigt werden. Zum anderen steigt aber auch die Gefahr der Abhängigkeit, in die sich der Mensch durch die Nutzung des Internets begibt; von einer möglichen, nur schwer zu kontrollierenden, Einflussnahme auf die Menschen ganz zu schweigen. Und selbst Wahlen sind, wie in jüngsten Vergangenheit zu sehen, vor dem Einfluss verschiedener Medien nicht gefeit.

Die Menschen wachsen mehr und mehr in die digitale Gesellschaft hinein und nutzen bald kaum noch eine andere Möglichkeit der Kommunikation als übers Internet – wie selbstverständlich. Nur wandern, vielleicht mit ein paar Münzen zur Sicherheit in der Tasche für einen Fernsprecher? Ganz ohne Handy und Internet? Vielleicht mal eine gedruckte Zeitung lesen? Wer will das noch?

Die Geister, die ich rief

Die Politik versucht nun, dieser Entwicklung Rechnung zu tragen und stürzt sich mit Vehemenz aufs Thema und ins Geschehen. Was noch vor und im Wahlkampf eher am Rande behandelt wurde, wird nun zum Top 1 auf der Parteiagenda: schnelles Internet, digitale Revolution, Sicherheit in der Informationstechnologie - da wird sogar ein ganzes „Ministerium für Digitales“ gefordert.

Was ist aber nun von dieser Entwicklung zu halten? Gehört das Internet und seine positiven wie negativen Begleiterscheinungen einfach zu unserer Zeit und wir müssen „nur“ lernen, damit umzugehen? Oder ist es ein Geist, den wir riefen und nun nicht mehr loswerden? Was haben wir von der digitalen Entwicklung zu halten, was zu erwarten? Über dieses spannende Thema spricht Peter Hahne mit seinen Gästen, ganz analog vis-à-vis im Studio.

Gäste bei Peter Hahne

Manfred Spitzer
Manfred Spitzer

Manfred Spitzer, Jahrgang 1958, hat Psychologie, Medizin und Philosophie studiert. Nach der Promotion in Medizin und Philosophie habilitierte er sich in Psychiatrie. Anschließend arbeitete er als Oberarzt in Heidelberg und nahm zwei Gastprofessuren an der Harvard University an. 1997 übernahm er den Lehrstuhl für Psychiatrie an der Universität von Ulm. Er ist Ärztlicher Direktor der Klinik für Psychiatrie und Psychotherapie III am Ulmer Universitätsklinikum.

Einer breiteren Öffentlichkeit bekannt wurde Spitzer durch zahlreiche populärwissenschaftliche Bücher und seine Filmreihe "Geist und Gehirn". In seinem Buch "Digitale Demenz" vertritt er den Standpunkt, dass die digitalen Medien zur Verdummung von Jugendlichen führen. "Was wir früher mit dem Kopf gemacht haben, wird heute von Computern erledigt. Das birgt immense Gefahren."

Anke Domscheit-Berg
Anke Domscheit-Berg Quelle: ZDF

Anke Domscheit-Berg, geboren 1968, studierte in England European Business Administration und Internationale Betriebswirtschaft in Deutschland. Sie arbeitete für eine große Unternehmensberatung als Projektleiterin für IT-Strategieprojekte im Business Technology Office und war später für Microsoft Deutschland tätig. Domscheit-Berg hielt regelmäßige Vorträge und Workshops für Frauen im Management im In- und Ausland auf Konferenzen und für deutsche wie international agierende Unternehmen.

2016 gründete Anke Domscheit-Berg zusammen mit ihrem Mann ViaEuropa Deutschland GmbH. Das Unternehmen befasst sich, in Kooperation mit einem schwedischen Unternehmen, mit der schnelleren Verbreitung kommunaler Glasfasernetze in Deutschland. Sie engagiert sich ebenfalls im Think Tank Welthungerhilfe, digitale Lösungen in der Entwicklungshilfe.

Anke Domscheit-Berg wurde 2010 mit dem Berliner Frauenpreis ausgezeichnet. Als parteilose Kandidatin trat sie 2017 bei der Bundestagswahl für Die Linke an und wurde gewählt.

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