Nach Hamburg und G20

Sind wir auf dem linken Auge blind?

Demonstranten beim G-20 Gipfel

Gesellschaft | Peter Hahne - Nach Hamburg und G20

Vielen Menschen gehen die Bilder aus Hamburg einfach nicht aus dem Kopf; nackte Gewalt und Zerstörung, offensichtlich ohne Sinn und Verstand. Wer denkt da noch an den G20-Gipfel? War die Polizei rat- und hilflos? Hat jemand versagt, die Lage unterschätzt?

Datum:
Sendungsinformationen:
Im TV: ZDF, 17.07.2017, 00:20 - 00:50
Verfügbarkeit:
Leider kein Video verfügbar
Produktionsland und -jahr:
Deutschland 2017

Die Leidtragenden der Ereignisse im Hamburger Schanzenviertel und anderen verwüsteten Teilen der Großstadt waren die schutzlosen Anwohner. Sie mussten mit ansehen, wie Teile ihres Stadtviertels durch randalierende Gruppen förmlich in Schutt und Asche gelegt wurden.

Schnell wird die Schuldfrage gestellt und nach Verantwortlichen gesucht. War es die Politik mit der vermeintlich falschen Entscheidung, eine solche politische Großveranstaltung nach Hamburg zu holen? Oder war es die Polizeiführung, die eine mögliche Gefahrenlage falsch eingeschätzt und dann auch noch unangemessen reagiert hat? Oder war es reine Zerstörungswut? Und wie ist um den politischen Hintergrund bestellt. Die Diskussion um den links extremistischen Einfluss bei den aktuellen Vorgängen in Hamburg ist voll im Gange.

Peter Hahne spricht mit seinen Gästen über die Entwicklung der gewaltbereiten, extremistischen Szene in Deutschland und mögliche Antworten von Staat und Polizei.

Prof. Klaus Schroeder
Prof. Klaus Schroeder Quelle: imago

Prof. Dr. Klaus Schroeder, 1949 in Lübeck-Travemünde geboren, hat in Soziologie promoviert und in Politikwissenschaften habilitiert. Schroeder ist Leiter des Forschungsverbundes SED-Staat der FU sowie der Arbeitsstelle Politik und Technik des Otto-Suhr-Institutes. Schroeder erforscht besonders den Linksextremismus in Deutschland. Er berichtet, dass Terror, Gewalt und Linksextremismus in den vergangenen Jahren stark angestiegen sind.

In einem Interview mit dem Deutschlandradio lange vor dem G20-Gipfel in Hamburg befürchtete Schroeder schon eine Eskalation der Gewalt. In Bezug auf die Kämpfe zwischen der linksautonomen Szene und der Polizei warnt er davor, "... dass das jetzt in einer hitzigen Situation weitergeht, dass beide Seiten eher aufrüsten als abrüsten, und es könnte eine Eskalation bevorstehen, zumal autonome Gruppen gerade eine Stellungnahme veröffentlicht haben, in der sie darauf hinweisen, bisher hätten sie darauf geachtet, dass niemand zu Tode kommt, aber wenn die Gewalteskalation weitergeht – natürlich geht sie aus Sicht der Autonomen immer von der Polizei, dem Staat aus –, dann könnte sich das ändern."

Kann man die Ereignisse in Hamburg dem deutschen Linksextremismus zuordnen?

Frank Tempel
Frank Tempel Quelle: DIE LINKE

Frank Tempel, 1969 geboren, hat zunächst Landmaschinenschlosser gelernt und war dann Berufsoffizier bei den Grenztruppen der ehemaligen DDR. Nach der Wende 1993 machte er eine Ausbildung für den mittleren Polizeivollzugsdienst in Thüringen. Seit 1995 ist Tempel in der Gewerkschaft der Polizei, GdP, aktiv tätig, darunter zwei Jahre als Landesvorsitzender der Jungen Gruppe der GdP in Thüringen.1998 macht er den Abschluss zum Diplomverwaltungswirt und kam später als Kriminalbeamter in den gehobenen Dienst.

2009 schaffte Frank Tempel bei der Bundestagswahl, über Landesliste Thüringer LINKEN, den Einzug in den 17. Deutschen Bundestag, ebenso 2013 in den 18. Deutschen Bundestag. Tempel ist Mitglied im Parteivorstand der LINKEN, Sprecher der Bundestagsfraktion DIE LINKE sowie Mitglied im Innenausschuss des Bundestages.


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