Lehrstelle sucht Lehrling

Wie man beide verkuppeln kann

Auszubildende mit ihrem Lehrer

Gesellschaft | Peter Hahne - Lehrstelle sucht Lehrling

Für viele Ausbildungsbetriebe ist die Situation dramatisch: Sie finden keine Lehrlinge mehr! Lehrstellen bleiben unbesetzt, der Nachwuchs in den Firmen fehlt. Wie können Lehrberufe wieder attraktiv werden?

Datum:
Sendungsinformationen:
Im TV: ZDF, 19.06.2017, 01:00 - 01:25
Verfügbarkeit:
Leider kein Video verfügbar
Produktionsland und -jahr:
Deutschland 2017

Die Besitzer mittelständischer Unternehmen sind mit am stärksten betroffen; Bäckereien, Schreinereien aber auch die Metallbranche klagt genauso über das Fehlen von Lehrlingen, wie andere Betriebe und Ausbildungsfirmen. Die Konsequenz: Immer weniger Firmen bilden aus, immer weniger Fachkräfte kommen auf den Arbeitsmarkt. Und trotzdem blieben 2016 noch mehr Lehrstellen unbesetzt als schon im Vorjahr: 43.000.

Dabei gilt das deutsche Ausbildungssystem als Erfolgsmodell. Hier sollen die Fachkräfte ausgebildet werden, die das deutsche Wirtschaftssystem und seine Produkte stützen. Doch wie kann das gehen, ohne Nachwuchs? Liegt es daran, dass alle jungen Menschen studieren wollen? Das sie nicht mehr in die Lehre gehen wollen, sondern sich nur noch „zu Höherem berufen fühlen“ und lediglich an das große Geld denken?

Ein iPhone für einen Lehrling

Die händeringende Suche nach Lehrlingen treibt schon kuriose Blüten: Da werden potentiellen Bewerbern bei der Unterschrift unter einem Ausbildungsvertrag Wohnungen angeboten oder Smartphones – aber auch das oft ohne Erfolg. Und gerade die Mittelständler haben es schwer, mit den Giganten am Ausbildungsmarkt wie der Automobilbranche zu konkurrieren: „...ich kann meinen Angestellten und Azubis am Jahresende natürlich keine Boni über zigtausend Euro versprechen...“, erklärt Metzgermeister Steffen Schütz.

Welche Möglichkeiten haben also die mittelständischen und kleinen Betriebe, um ihr Lehrstellenangebot wieder attraktiv für junge Menschen zu machen? Welche Anreize, welche Zukunftschancen müssen den potentiellen Lehrlingen vermittelt werden, damit die Nachfolge in vielen Betrieben gesichert und der Schwund an Fachkräften in Deutschland aufgehalten werden kann?

Gäste der Sendung

Steffen Schütze
Steffen Schütze Quelle: ZDF/Michael Kramers

Steffen Schütze, 1981 in Leipzig geboren, hat nach seinem Realschulabschluss eine Ausbildung zum Metzger absolviert. Nach Erfahrungen in unterschiedlichen Metzgereien machte er seinen Abschluss als Metzgermeister. Da seine Eltern in anderen Berufen tätig waren, siedelt er 2008 ins bayerische Freising um und übernahm dort die Metzgerei Hack. Heute hat Schütze 20 Mitarbeiter, aber nur einer von ihnen ist Auszubildender.

„Wenn ich könnte, wie ich wollte, würde ich jedes Jahr zwei Azubis einstellen; davon einen als Metzger oder Metzgerin und einen als Fachverkäufer oder Fachverkäuferin“. Schütze unternimmt vieles, um junge Menschen für seinen Betrieb zu begeistern. “Da muss man kräftig am Image polieren, um „cool“ rüberzukommen“, erklärt Schütze.

Florian Schardt
Florian Schardt Quelle: ZDF/Michael Kramers

Florian Schardt, geboren 1982, studierte Volkswirtschaftslehre in München und Lund in Schweden. Schardt war wissenschaftlicher Mitarbeiter an der Universität in Passau und arbeitete später bei einer international agierenden Unternehmensberatung. 2009 gründete er zusammen mit seinem Freund Joachim Geitner die Firma AZUBIYo als Start UP. 2015 verkauften sie ihr Unternehmen an die Funke Mediengruppe und führen die Firma heute als Geschäftsführer weiter.

Derzeit beschäftigt die Firma allein 30 Mitarbeiter, die direkt bei unterschiedlichsten Firmen und Handwerksbetrieben in diversen Branchen akquirieren. Sie erfragen direkt vor Ort welche Ausbildungsplätze frei sind, welche Probleme es bei der Besetzung bisher gab, was genau den Ausbildungsplatz ausmacht und welche Kriterien den Unternehmen besonders wichtig sind. So können sie ein genaues Profil für den Ausbildungsplatz erstellen.

Schardt erklärt, dass man den Jugendlichen ihre Zukunftsaussichten richtig vermitteln muss: "Nur weil du dich jetzt für etwas entscheidest ist nichts vorbei," sagt er. "Dein Job entwickelt sich weiter, du entwickelst dich weiter und kannst auch immer umsatteln." Mit einem Ausbildungsabschluss ist das Leben nicht gesetzt – davor hätten viele Angst, beschreibt Schardt die Zurückhaltung vieler junger Menschen bei der Entscheidung für einen Lehr- oder Ausbildungsberuf.

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