Aufstand im Osten

Spaltet die Wahl das Land?

Gesellschaft | Peter Hahne - Aufstand im Osten

Die beiden großen Volksparteien haben bei der diesjährigen Bundestagswahl verloren. Allein FDP und AfD konnten starke Zuwächse verzeichnen. Was haben CDU/CSU und SPD also falsch gemacht? Haben sie den Wähler nicht verstanden?

Beitragslänge:
27 min
Datum:
Verfügbarkeit:
Video verfügbar bis 24.12.2017, 23:59
Produktionsland und -jahr:
Deutschland 2017

Besonders in Ostdeutschland scheint das der Fall zu sein. Nirgendwo sonst hat die AfD so viele Neuwähler für sich gewinnen können, wie dort. Selbst auch im traditionsreichen Bayern ringt die CSU nach der Abgrenzung nach Rechts. Von der Flanke, die nach rechts geschlossen werden muss, ist die Rede.

Woher kommt der Frust im Osten? Haben die Parteien den Wählern nicht zugehört, oder konnten sie ihnen ihre Inhalte nicht vermitteln? Warum erklären viele Ostdeutsche, aber auch Westdeutsche, sie fühlen sich im Stich gelassen, fühlen sich vergessen von der großen Politik? Wie können die Parteien ihre Wähler zurückgewinnen?

Warum der Osten tatsächlich so gewählt hat, erklärt der renommierte Politikwissenschaftler der TU Dresden Werner Patzelt. Und warum der Westen das anscheinend immer noch nicht verstanden hat, erörtert der Chefredakteur des politischen Magazins CICERO Christoph Schwennicke.

Werner Josef Patzelt
Werner Josef Patzelt

Professor Dr. Werner Josef Patzelt, geboren 1953, studierte Soziologie und Geschichte an der Ludwig-Maximilians-Universität München, der Universität Straßburg sowie der University of Michigan in Ann Arbor. Er promovierte mit einer Arbeit über "Grundlagen der Ethnomethodologie" und habilitierte mit einer Schrift über "Abgeordnete und Repräsentation" an der Universität Passau. 1992 war Patzelt Gründungsprofessor des Instituts für Politikwissenschaften der Technischen Universität Dresden, seit 1994 ist der Mitglied der CDU.

Patzelt sieht im Nationalstolz, im Patriotismus nicht grundsätzlich etwas Schlechtes: "Die Liebe zum Regionalen und darin Bunten. Es war ja immer schon so, dass ein Deutscher zunächst einmal Sachse und Bayer und dann eben auch Deutscher war. Eben darin ist unsere Art des Patriotismus ein gutes Integrationsmittel einer Einwanderungsgesellschaft: Ein türkischer oder syrischer Deutscher kann immer auch seine Wurzeln in der Türkei oder in Syrien pflegen und gleichzeitig ein guter Deutscher sein." (Leipziger Volkszeitung)

Christoph Schwennicke
Christoph Schwennicke Quelle: imago

Christoph Schwennicke wurde 1966 in Bonn geboren, ist verheiratet und hat ein Kind. Der gelernte Germanist, Politikwissenschaftler und Journalist hat schon während seines Studiums im Journalismus gearbeitet. Die beruflichen Stationen waren nach seinem Diplom in Bamberg unter anderem die Augsburger Allgemeine Zeitung, der Süddeutsche Rundfunk und die Badische Zeitung.

Für die Süddeutsche Zeitung war er ab 1996 zunächst Parlamentskorrespondent in Bonn und Berlin, dann Korrespondent in London. 2005 übernahm er die Leitung der Parlamentsredaktion der Süddeutschen Zeitung in Berlin und wechselte 2007 zum SPIEGEL. Dort war er zuletzt stellvertretender Büroleiter im Berliner Parlementsbüro, von wo er 2012 zum Politmagazin Cicero wechselte, das Schwennicke bis heute als Chefredakteur führt.

Um unser Web-Angebot optimal zu präsentieren und zu verbessern, verwendet das ZDF Cookies. Durch die weitere Nutzung des Web-Angebots stimmen Sie der Verwendung von Cookies zu. Näheres dazu erfahren Sie in unserer Datenschutzerklärung.

Gemerkt auf Mein ZDF! Merken beendet Bewertet! Bewertung entfernt Abonniert auf Mein ZDF! Abo beendet Embed-Code kopieren HTML-Code zum Einbetten des Videos in der Zwischenablage gespeichert

Sie wechseln in den Kinderbereich und bewegen sich mit Ihrem Kinderprofil weiter.